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Spiele und Ideen für den Junggesellinnenabschied

Für die meisten Frauen ist es schlicht der schönste Tag ihres Lebens – die Hochzeit. Bereits als junge Mädchen fiebern sie darauf hin und stellen sich vor, wie es ist, im weißen Kleid zum Traualtar zu schreiten. Die festlich gekleidete Braut ist der Mittelpunkt einer jeden Hochzeit, die wichtigste Person an diesem Tag. Doch nicht nur an diesem Tag. Seit einigen Jahren hat sich neben den traditionellen Hochzeitsaktionen vor dem eigentlichen Tag wie dem Brautraub oder dem Polterabend auch im deutschsprachigen Raum eine Tradition entwickelt, in der die zukünftige Braut im Mittelpunkt steht – der Junggesellinnenabschied. Dieser Tag wird zumeist mit Spielen und Aktionen begangen, die je nach Geschmack und Charakter der zukünftigen Braut harmlos und lustig bis zotig ausfallen können. Der Sinn hinter dem Junggesellinnenabschied ist es, die Zäsur einzuleiten, die der Hochzeitstag darstellt, der Übergang von der ledigen jungen Frau zur glücklich verheirateten Ehefrau, und die letzten Stunden des ungebundenen Daseins noch einmal zu feiern. Doch obwohl sich die Tradition der Junggesellinnenabschiede mittlerweile weit verbreitet hat, sind nicht wenige Freundinnen der zukünftigen Braut, die einen solchen Tag ausrichten wollen, ratlos, was sie nun genau unternehmen können. Im Folgenden werden einige Beispiele für Spiele und Ideen für den Junggesellinnenabschied aufgeführt und erläutert.

Der Start in den Tag

Alles kann, nichts muss – wie in den wichtigen Tag gestartet und wie er verbracht wird, hängt vom Charakter und den Interessen der Braut sowie den weiteren Beteiligten ab. Viele zukünftige Bräute beginnen mit ihrem Junggesellinnenabschied bereits früh am Morgen, um die letzten Stunden vor dem großen Tag so gut wie möglich auszukosten. Je nach Geschmack kann der Tag ruhig in geselliger Runde bei einem gemütlichen Frühstück oder Picknick an einem besonderen Ort beginnen oder bei einem zünftigen Sektfrühstück. Hier können der zukünftigen Braut und den mitfeiernden Freundinnen die Utensilien überreicht werden, die für die kommenden Spiele gedacht sind, und der geplante Ablauf besprochen werden.

Ein ganzer Tag Entspannung

Junggesellinnen- und Junggesellenabschiede verbinden viele in der Regel mit kleinen Gruppen von Frauen oder Männern, die, zumeist recht angeheitert, laut und kostümiert durch die Stadt ziehen und die Passanten in die Fußgängerzonen mit einbeziehen. Viele Frauen bevorzugen jedoch lieber ruhige Feiern im Kreis ihrer Freundinnen. So ist es z.B. sehr beliebt, seinen Junggesellinnenabschied in einem Restaurant zu verbringen oder zu starten.

Zudem ist es heute nicht selten, dass die zukünftige Braut schwanger ist. Auf diese Befindlichkeit sollte bei der Planung des Junggesellinnenabschiedes in jedem Falle Rücksicht genommen und keine ausschweifenden und anstrengenden Partynächte geplant werden. Wenn der Junggesellinnenabschied eher gediegen verbracht werden soll, bieten sich malerische Bootstouren oder Kremserfahrten an, bei denen die Braut und ihre Freundinnen beim Feiern die Natur genießen können. Oder die Brautjungfern legen zusammen und buchen für alle Beteiligten einen Tag im Spa, in dem sie und vor allem die zukünftige Braut sich noch einmal entspannen und den Stress abfallen lassen können, den eine Hochzeitsplanung in der Regel mit sich bringt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich im Spa das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lässt. Die Entspannung stellt sicher, dass die Braut ihren neuen Lebensabschnitt nicht mit tiefen Ringen unter den Augen beginnt, Maniküre und Pediküre sowie Gesichtsmasken sorgen dafür, dass sie bei ihrem großen Tag auch wirklich die schönste Frau ist. Den Abschluss kann ein Shooting bei einem professionellen Fotografen bilden. Denn es ist neben den Bildern der Hochzeit schön, auch Erinnerungsstücke an den zweitwichtigsten Tag mit den Freundinnen zu haben.

Junggesellinnenabschied

Junggesellinnenabschied ©iStockphoto/oleksagrzegorz

Städtetrip oder raus in die Natur

Natürlich muss der Junggesellinnenabschied nicht unbedingt auf einen Tag beschränkt bleiben und kann etwas ausgedehnt werden. Warum nicht den Übergang in die neue Lebensphase im Wiener Prater feiern und in der Altstadt einen der berühmten Schokoladenkuchen genießen, mit den Freundinnen eine Tour durch die Grachten Amsterdams unternehmen oder in London noch einmal ausgedehnt mit den Mädels shoppen, bevor der wichtigste Tag im Leben ansteht? Anhängerinnen von Abenteuer und Natur können auch einen gemeinsamen Campingurlaub unternehmen, eine Kletter- oder Raftingtour. Noch einmal eine gemeinsame Reise mit den Freundinnen unternehmen, kann das Band der Freundschaft noch einmal enger knüpfen, bevor das neue Leben beginnt.

Workshops für die zukünftige Ehefrau

Je nach Typ und Charakter der zukünftigen Braut stehen zahlreiche Aktivitäten für den Tag des Junggesellinnenabschiedes zur Verfügung. Ist die baldige Ehefrau eher ein häuslicher Typ und Familienmensch, bieten sich Workshops an, von denen das künftige Familienleben profitieren kann. So können die für die Planung des Junggesellinnenabschiedes Beauftragte beispielsweise einen Kochkurs buchen, auf denen die künftige Ehefrau sowie alle Beteiligten, bei denen es vielleicht auch bald soweit sein wird, das Zubereiten von Gerichten lernen, die je nach Geschmack von traditionell oder exotisch sein können. Ebenfalls möglich ist ein Floristikkurs oder ein Workshop zum Bemalen von Porzellan oder Keramik, um Techniken zu erlernen, die das Heim verschönern. Natürlich können auch Kurse gebucht werden, in denen die Braut noch einmal ganz an sich denken kann. Wie wäre es mit einem 1-Tages-Workshop für etwas, das sie schon länger erlernen wollte, jedoch nie dazu kam wie Bauchtanz oder einen klassischen Tanz? Oder einen Kurs zur Herstellung von Schmuck?

Gemeinsame Erinnerungen wieder aufleben lassen

Es ist nicht unüblich, dass sich die zukünftige Braut und ihre Brautjungfern und Freundinnen schon von Kindesbeinen an kennen. Ist dies der Fall, bietet sich für den Abend des Junggesellinnenabschiedes ein geselliges Beisammensein an, bei dem sie alte Erinnerungen wieder aufleben lassen können. Warum nicht noch einmal in die Backfischjahre zurückversetzen und noch einmal eine klassische Pyjama-Party feiern wie damals? Nur dass diesmal auch das ein oder andere Glas Wein getrunken werden darf. Zu selbstgemachtem Popcorn oder einem gemeinsam gekochten Abendessen können die alten Bilder und Poesiealben herausgeholt und einen Blick zurück auf die gemeinsamen schönen Jahre geworfen werden. Das Schauen alter Videos, die in Kindertagen gemacht wurden, rundet den Abend ab. Und wer weiß, vielleicht erkennt die Braut in einem der Videos ihren zukünftigen Ehemann wieder, von dem sie vergessen hat, dass er es war, der sie damals als Neunjährige geneckt hat.

Schnipseljagd und Küsschen sammeln

Es gibt auch Frauen, die mögen es ein bisschen wilder. In diesem Fall können die Brautjungfern beispielsweise eine Bar aussuchen, in der der Junggesellinnenabschied am Abend seinen Abschluss finden soll. Um es der zukünftigen Braut allerdings nicht so einfach zu machen, können sie einige Hürden einbauen, die es an diesem Tag zu überwinden gilt. Eine Schnipseljagd in lustigen Kostümen quer durch die Stadt ist die ideale Möglichkeit die Zukünftige auf verschlungenen Wegen zu der Bar zu lotsen. An zahlreichen Orten in der Stadt werden Zettel oder Fotos mit Hinweisen versteckt, wo der nächste Anhaltspunkt zu finden ist. Natürlich darf auf einigen Etappen ein kleiner Schnaps nicht fehlen, was es der Braut sicher nicht einfacher machen wird, den Bestimmungsort zu erreichen. Zwischendurch können für Mutige einige Spielchen und weitere Hürden eingebaut werden. So könnte die zukünftige Braut den nächsten Hinweis erst erhalten, wenn sie eine bestimmte Anzahl von Telefonnummern oder Wangenküssen von fremden Herren erhalten hat.

Gelungener Abschluss in der Bar

Hat die Gesellschaft um die Braut, den Zielort, die Bar erreicht, steht in der Regel ein feuchtfröhlicher Abend bevor, der das Ende des ungebundenen Daseins einläutet. Doch auch hier wird die gesellige Unterhaltung nicht vergessen und einige Aufgaben können gestellt werden, die bestanden werden müssen. Die zukünftige Braut könnte beispielsweise mit einem Bauchladen ausgestattet werden, der frivole Artikel enthält, die sie an die weiteren, in der Regel fremden Gästen der Bar verkaufen muss. Zudem können die Brautjungfern für einige Irritation sorgen, indem sie einen Topf mit roten Rosen in der Herrentoilette deponieren. Dazu ein Foto der Zukünftigen mit ihrem Namen und der Bitte an die Herren, ihr doch eine Rose zu schenken und sie zu beglückwünschen, da sie in Bälde heiraten wird. Erstaunte große Augen der Braut sind garantiert. Sind alle Aufgaben bestanden, können die Damen den Abend natürlich auch in einem Club beschließen und den neuen Lebensabschnitt tanzend einläuten.

Ein Brautraub oder die Entführung des Bräutigams

Natürlich kann der Junggesellinnenabschied auch mit einem traditionellen Brauch verbunden werden und zu später Stunde den Bräutigam mit den Trauzeugen einzubeziehen. Der Brautraub ist ein weit verbreiteter Brauch, der symbolisch auf die Zeit der Raubritter verweist, in der es nicht unüblich war, dass diese einfach Frauen entführten, um sie unter Zwang zu ehelichen. Auch heute noch ist der tiefere Sinn dahinter aktuell. Der Brautraub soll andeuten, dass ein Zusammenleben aufgrund äußerer widriger Umstände auch sehr fragil sein kann und die Eheleute daher immer zusammenhalten müssen, um die Klippen des Lebens erfolgreich zu umfahren, eine Lehre, die bereits zum Junggesellinnenabschied wertvoll ist. Allerdings geht es heutzutage in erster Linie um den Spaß. In der Regel wird die Braut am Polterabend „entführt“. Sie wird von den Trauzeugen zumeist in eine Kneipe am Ort gebracht, während der Bräutigam nach ihr sucht, können alle Beteiligten kostenlos trinken. Findet der Bräutigam seine Zukünftige wieder erwartet ihn nämlich auch die Rechnung.

Schnipseljagd mit dem Mobiltelefon

In ähnlicher Form kann diese Tradition auch zum Junggesellinnenabschied eingebunden werden. In der Zeit der Mobiltelefone nichts leichter als das. Zu später Stunde ruft eine Brautjungfer den Bräutigam an und berichtet ihm, dass seine Zukünftige entführt worden sei. In einer kleinen Geschichte gibt sie ihm den entscheidenden Hinweis, wo sie sich befindet, oder Einzelhinweise, die er nach und nach bekommt. Der Bräutigam macht sich nun allein oder mit seinen Trauzeugen, die in das Spiel eingebunden sein können oder nicht, auf die Suche nach seiner Braut. Natürlich kann dieses Spiel heute auch andersherum gespielt werden. Zu später Stunde erzählen die Brautjungfern der Braut, dass ihr zukünftiger Ehemann verschwunden sei. Diese müssten nun nach den Hinweisen der „Entführer“ – der Trauzeugen – nach dem Mann suchen. Haben sich die beiden Zukünftigen wieder gefunden, können sie gemeinsam das Ende ihrer Junggesellenzeit feiern.