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Studie: Leben Kluge gesünder?

Schottische Forscher an der Universität Glasgow und Edinburgh haben in Zusammenarbeit mit ihren dänischen, australischen, Londoner und amerikanischen Kollegen in einer Studie herausgefunden, dass Personen mit niedrigerer Intelligenz einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Warum das allerdings so ist, lässt sich bislang nur vermuten.

Studie an ehemaligen US-Soldaten

Für die Untersuchung werteten die Forscher um G. David Batty die Daten von 4289 Männern des ehemaligen US-Militärpersonals und deren gesundheitlichen Zustand aus. Vier sozioökonomische Faktoren wie aktuelles Einkommen, berufliches Ansehen und Bildung sowie die IQ-Testergebnisse im frühen Erwachsenenalter und im mittleren Alter wurden zur Auswertung gebracht. Hinzu kam die Messung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie z.B. Blutdruck, Cholesterin, Body-Mass-Index, Rauchen, Blutzucker, Ruhendpuls und Lungenfunktion. Auch die spätere Sterblichkeit wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet.

Das Ziel der Studie war, die Intelligenz und den sozioökonomischen Status der Männer mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten in Verbindung zu bringen.

Ergebnis der Studie

Innerhalb der 15 Jahre waren 237 der 4289 Männer verstorben. 62 davon an Herz-Kreislauf-Krankheiten, 175 Männer an anderen Ursachen. Unter den an Herz-Kreislauf-Krankheiten verstorbenen Männern fiel auf, dass die Mehrzahl einen IQ unter dem Durchschnitt, eine niedrige Bildung und ein schwächeres Einkommen hatten als die anderen.

Leben Kluge gesünder?

Leben Kluge gesünder? @iStockphoto/Peter Booth

Mögliche Erklärung für dieses Phänomen

Der Londoner Epidemiologe Prof. Michael Marmot bietet drei Lösungsmöglichkeiten zur Erklärung an, wieso der IQ die Verbindung zwischen sozio-ökonomischer Position und Sterblichkeit herstellt. Zum einen könnte Intelligenz zu größerem Wissen über gesunde Ernährung führen. Zum zweiten könnte Intelligenz der Grund für die sozio-ökonomische Position sein, das heißt, mehr Intelligenz führt zu höherer Bildung, mehr Einkommen und besseres Ansehen – und die höhere Position im Beruf beeinflusst eventuell die verminderte Gefahr einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Drittens könnte Intelligenz ein Marker für etwas anderes sein, z.B. frühere Faktoren, die das Leben des Menschen beeinflussten, die zur Sterblichkeit führten. So wirklich kann und will man sich aufgrund der Studie nicht auf den wahren Grund festlegen.

Fazit

Höhere Intelligenz lässt die Menschen also vermutlich länger leben. Ob es nun daran liegt, dass klügere Menschen einfach gesünder und körperbewusster leben, öfter zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und sich das Rauchen abgewöhnen (oder nie angewöhnen) oder ob etwas anderes dahintersteckt, darüber sind sich die Wissenschaftler leider noch nicht klar.

Quelle:

– „Does IQ explain socio-economic differentials in total and cardiovascular disease mortality? Comparison with the explanatory power of traditional cardiovascular disease risk factors in the Vietnam Experience Study“

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