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Tipps & Hausmittel gegen Mundgeruch

Dass sie Mundgeruch zu haben, ist für den Betroffenen nicht immer spürbar, aber in der Konsequenz sehr unangenehm. Es kann einen jedoch sozial isolieren – vor allem, wenn man ständig in engem Kontakt mit Untergebenen, Vorgesetzten, Schülern oder Kunden ist. Das Hineinhauchen in die eigene Hand kann nur unzulänglich ermitteln, ob man einen schlecht riechenden Atem hat. In heutiger Zeit sollte man schon bei dem Verdacht auf Mundgeruch etwas unternehmen, zumal dieser auch ein erstes Krankheitsanzeichen sein kann. Oftmals sind aber

– mangelnde Zahnpflege
– unzureichende Zahnpflege der Zahnzwischenräume
– unzureichende Pflege von herausnehmbaren Gebissteilen
– Zahnfleischtaschen mit Fäulnisbakterien
– der Verzehr stark eiweißhaltiger Nahrungsmittel
– Zungenbeläge
– Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Zigaretten
– latente Magenbeschwerden
– Störungen der Mundflora
– oder eine Mahlzeit mit Knoblauch

Schuld am unangenehmen Geruch aus dem Mund. Gegen all diese Ursachen kann man etwas unternehmen

Was hilft gegen unangenehmen Geruch aus dem Mund?

Zunächst einmal sollte ein Betroffener, der Kenntnis von seinem Mundgeruch hat, sich vorübergehend mit Akutmaßnahmen wie einem Kaugummi oder einem Pfefferminz-Bonbon behelfen. Oftmals ahnt man aber gar nichts davon, dass man schlecht aus dem Mund riecht. Es ist ein Tabu, darüber zu reden. Daher sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll. Es muss bei angemessenen Vorkehrungen gar nicht erst zu Mundgeruch kommen.

Mundgeruch ©iStockphoto/Tharakorn

Da Mundgeruch aber ein grundsätzliches und langwieriges Problem sein kann, ist die Suche nach der Ursache sehr wichtig. Wenn schlechte oder ungenügende Zahnpflege das zugrunde liegende Problem sein sollte, kann der Zahnarzt einem Betroffenen leicht umsetzbare Tipps zur fachgerechten Zahnpflege geben. Oft setzen sich in den Zahnzwischenräumen oder zwischen Kronen und Brücken Essensreste ab. Es sind vor allem die eiweißhaltigen Nahrungsmittel wie Eier, Joghurt oder Fleisch, die im Mund Fäulnisbakterien hinterlassen. Dagegen kann man mit antiseptischen Mundspülungen und einer verbesserten Zahnreinigung etwas tun. Noch besser wäre es, stark eiweißhaltige Lebensmittel nur selten zu verzehren. Ein Kost auf der Basis von Obst und Gemüse ist ohnehin gesünder.

Nach eiweißreichem Essen sollte jeder die Zähne putzen oder als Mimimum den Mund ausspülen. Das häufige Wechseln der Zahnbürste – mindestens einmal im Monat, bei Erkältungen deutlich öfter – sollte für jeden Menschen selbstverständlich sein. Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne gründlich und mindestens drei Minuten lang in wechselnden Richtungen geputzt werden. Erwiesen ist, dass eine elektrische Zahnbüste die Zähne gründlicher putzt als eine konventionelle. Auch der Einsatz eines Zungenschabers kann bei einer Neigung zu Mundgeruch hilfreich sein. Gelbliche oder weiße Zungenbeläge sind oft erste Anzeichen von Überlastungen der Leber oder einem insgesamt ungesunden Lebensstil. Die indischen Erfinder des Ayurveda messen der täglichen Zungenreinigung eine hohe Bedeutung bei. Entsprechende Schaber oder Spatel sind im Handel erhältlich.

Was sind mögliche Verursacher von Mundgeruch?

Schlechten Atem und Mundgeruch haben häufig Menschen, die gerne schwarzen Kaffee trinken und dazu Zigaretten rauchen. Beides regt die Säurebildung im Magen an. Das kann zu erheblichem Mundgeruch und unangenehmem Atem führen. Auch Zahnprothesen oder Teilprothesen im Mund können schlechten Atem verursachen, wenn sie nicht gut gepflegt werden. In diesem Fall setzen sich oft unter den Zahnprothesen Essensreste und Bakterien aus eiweißhaltigem Essen ab. Diese verursachen beim Fäulnisprozess schweflige Gase. Den Mund nach dem Essen mit Wasser zu spülen, ist auf jeden Fall sinnvoll.

Stark gewürztes Essen mit Knoblauch, Eiern oder Zwiebeln kann unangenehmen Mundgeruch verursachen. Schuld daran sind die aromatischen ätherischen Öle, die die genannten Gewürze zu dem schmackhaften Rezeptbestandteil machen, der sie sind. Wer sicher gehen möchte, dass er keinen Mundgeruch hat, meidet vor einem romantischen Date lieber solche atemberaubenden Gewürze. Auch Eier enthalten viele schweflige Verbindungen. Minimale Eiweißreste neigen dazu, sich gerne in Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen einzunisten. Ebenso macht es Sinn, vor einem Date jeden Alkohol zu meiden, da er bekanntermaßen eine „Fahne“ hinterlässt. Es ist übrigens ein Trugschluss, dass Wodka oder Korn dies nicht tun.

Am häufigsten wird Mundgeruch nicht durch Magenbeschwerden oder stark gewürztes Essen verursacht, sondern durch Ursachen, die direkt im Mund- oder Rachenraum liegen. Karies oder Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien und Zerfallsprodukte einer stark eiweißhaltigen Nahrung absetzen können, gehören zu den häufigsten Verursachern von schlechtem Atem.

Welche Hausmittel gibt es zur Vorbeugung?

Zahlreiche Hilfsmittel stehen uns zur Verfügung, um Mundgeruch schon vor seiner eigentlichen Entstehung zu bekämpfen. Sie können zum Beispiel mit einem Schuss Apfelessig in Wasser gurgeln oder Mundspülungen mit medizinischem Salbeitee vornehmen. Medzinischer Salbei hat eine entzündungshemmende Wirkung, die bei entzündlichen Prozessen im Mundraum hilfreich ist. Früher setzte manche Mutter Myrrhe-Tinktur bei ihrem Nachwuchs ein, um Entzündungen an der Mundschleimhaut vorzubeugen. Um die Lösung herzustellen, sind fünf Tropfen der Tinktur in Wasser zu lösen. Damit gurgeln Betroffene gegebenenfalls mehrfach täglich.

Viele Betroffene schwören auf eine Kur mit Propolis als Vorbeugung gegen Mundgeruch. Auch das Kittharz der Bienen wirkt antibakteriell. Es hemmt Entzündungen, wen man den Mund mit einer Lösung aus ein paar Tropfen Propolis-Lösung und Wasser spült und anschließend gurgelt. Ob Teebaumöl als Gegenmittel tatsächlich empfehlenswert ist, ist äußerst zweifelhaft. Zwar gibt es Empfehlungen, bei Mundgeruch zwei bis drei Tropfen Teebaumöl in Wasser zum Gurgeln einzusetzen – aber es handelt sich dabei um ein natürliches Pestizid, dessen Wirkung man nicht unterschätzen sollte. Das Sensibilisierungspotenzial von Teebaumöl ist wegen der enthaltenen Terpene hoch.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Viele Menschen schwören auf das sogenannte Ölziehen. Es soll positiv auf die Mundflora wirken. Angeblich handelt es sich dabei um eine traditionelle Detox-Methode, die den Mund von bakteriellen Belastungen befreien soll. Damit wäre – den Empfehlungen von Gesundheitsbewussten zufolge – auch der Mundgeruch kein Thema mehr. Wer es probieren möchte, sollte zunächst sorgfältig den Zungenbelag entfernen. Anschließend sollen die Betroffenen einen Esslöffel wohlschmeckendes Sesam-, Sonnenblumen- oder Kokosöl – nach Möglichkeit in Bio-Qualität – in den Mund nehmen und an die 20 Minuten darauf „kauen“. Danach sollte das verfärbte Öl auf ein Papiertuch gespuckt werden, damit die darin gelösten Bakterien und Toxine nicht ins Grundwasser gelangen können. Zum Abschluss dieser Prozedur sollten die Ausführenden die Zähne gründlich putzen.

Ein anderes Mittel, das Gifte und Zerfallsprodukte aus Nahrungsmitteln binden kann, ist Heilerde. Selbst damit können Mundspülungen durchgeführt werden. Ein Teelöffel Heilerde wird mit einem Glas Wasser verquirlt und dann als Mundspülung eingesetzt. Da die Ausführenden anschließend ein etwas sandiges Gefühl im Mund haben, wird mit klarem Wasser nachgespült.

Die bessere Alternative zu diesem Prozedere scheint das tägliche Gurgeln mit einer selbst hergestellten Salzsole zu sein. Um eine Sole anzusetzen, benötigen Sie ein Glasgefäß mit einem Deckel und mehrere Brocken rosafarbenes Himalayasalz. Am besten nehmen Sie Quellwasser zum Auffüllen. Nun muss das Ganze einen Tag stehen bleiben. Das Ergebnis ist eine etwa 25%ige basische Sole. Diese wirkt der Säurebildung im Mundraum entgegen. Von der fertigen Sole nehmen Sie täglich einen Teelöffel ab, füllen ihn in ein Glas frisches Wasser und gurgeln damit.

Frische Kräuter und etwas Obst helfen manchmal auch

Aromatische Kräuter wie Dill, frischer Thymian, etwas Petersilie, frischer Majoran sowie Anis- und Fenchelsamen enthalten ätherische Öle, die angenehm duften. Etwas davon zu kauen, kann beispielsweise nach dem Genuss von Knoblauch eine hilfreiche Maßnahme sein. Dem Chlorophyll aus Petersilie sagt man beispielsweise nach, gegen Knoblauch-Atem ein wirksames Gegenmittel zu sein.

Auch der Verzehr eines frischen oder geriebenen Apfels soll gut gegen Mundgeruch ein Antidot sein. Hier wäre es das Pektin, das gegen den unangenehmen Mundgeruch antritt. Die gestörte Mundflora kann durch Pektineinfluss reguliert werden. Das ist oft sogar besser, als ein scharfes antiseptisches Mundspülmittel zu verwenden. Dieses tötet zwar sämtliche Fäulnisbakterien ab. Es stört aber auch die restliche Mundflora empfindlich. Das Bekämpfen von Mundgeruch mit Kaugummi oder Mundspülungen sollte nur zu Beginn und vor einer genaueren Diagnose als Nothilfe eingesetzt werden. Beides sollte nicht dauerhaft als Gegenmaßnahme eingesetzt werden, da sonst die Mundflora zunehmend aus dem Gleis gerät.

Zudem liegt die Ursache von Mundgeruch manchmal in ungesunden Ernährungsgewohnheiten, die auch das gesamte Verdauungssystem einschließlich des Magens und der Darmflora betreffen. In diesem Fall nützen auf den Mund beschränkte Gegenmittel so gut wie gar nichts. Eine Sanierung der Darmflora und eine langfristige Kostumstellung auf basische Kost sind meist erfolgreich.