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Vertrauen in der Partnerschaft

Ebenso wie die Treue gilt auch das Vertrauen zum Partner als ein wichtiges Fundament für eine glückliche Beziehung. Doch fast jeder Mensch ist irgendwann in seinem Leben bereits einmal enttäuscht worden. Die Angst vor Enttäuschung macht es entsprechend oft schwer, sich dem Partner gegenüber zu öffnen, sich verletzbar zu machen und darauf zu vertrauen, dass dieser mit den Gefühlen des Gegenübers behutsam umgehen wird.

Das Vertrauen in der Partnerschaft ist in der Tat wohl unbestritten wichtig. Fakt ist jedoch, dass in der Regel das Vertrauen erst aufgebaut werden muss. Gerade kennen gelernt und frisch verliebt lassen sich viele Menschen zu Beginn gerne blenden. Man sieht im Partner was man wünscht, ohne die geheimen Gedanken des Gegenübers sowie seine Ehrlichkeit einschätzen zu können.

Vertrauen aufbauen

Damit das Vertrauen innerhalb einer Partnerschaft aufgebaut werden kann, ist einiges an Arbeit für alle Beteiligten notwendig. Erleichtert wird dies natürlich durch eine gewisse Offenheit gegenüber dem neuen Menschen. Wer grundlegend immer direkt das Schlechteste von seinen Mitmenschen vermutet, macht es sich selbst und seiner Umwelt schwer zu vertrauen. Wenngleich wohl jeder Mensch schon einmal enttäuscht wurde, darf man jedoch den neuen Partner kaum mit demjenigen vergleichen, der einen enttäuscht hat – es ist schließlich ein ganz anderer Mensch, der nichts für das Verhalten anderer kann.

Die offene Äußerung von positiven wie negativen Aspekten kann ein Punkt im Vertrauensaufbau sein, schließlich kann man nur so sicher sein, dass das Gegenüber die Wahrheit sagt, denn kaum ein Mensch ist immer und überall mit allem zufrieden. Durch die Aussage über Abneigungen oder ein sich „unwohl fühlen“ in bestimmten Situationen kann das Gegenüber besser reagieren und gegebenenfalls Rücksicht üben. Diese Rücksichtnahme hilft ebenfalls, das Vertrauen langsam aber stetig aufzubauen.

Selbstvertrauen als Schlüssel zum Vertrauen

Ein Mensch mit einem starken Selbstvertrauen hat in der Regel weniger Schwierigkeiten mit dem Aufbau von Vertrauen, da seine Gefühlswelt nicht von Misstrauen und Eifersucht beeinflusst ist. Wer sich seiner selbst und seiner Fähigkeiten sicher ist und sich nicht über den Partner identifizieren muss, kann freier sein Leben verwirklichen – auch mit dem Partner. Eifersucht und Misstrauen sind hingegen Komponenten, die selbst die glücklichste Partnerschaft mit der Zeit mürbe machen. Nicht selten führen solche Gefühle dazu, den Partner kontrollieren zu wollen und die Bestätigung zu brauchen, dass dieser Mensch, den man ja liebt, einen auch liebt. Wer sich selbst nicht liebt, kann sich nur schwerlich vorstellen, dass der geliebte Mensch die gleichen Gefühle entgegenbringt – schließlich findet man sich ja selbst nicht gut genug. Diese Zweifel nagen und führen schnell zu Missverständnissen und Konflikten.

Vertrauen

Vertrauen @iStockphoto/Mikael Damkier

Loslassen und Vergeben

Wer merkt, dass er sich mit dem Aufbau von Vertrauen schwer tut, sollte in jedem Fall auch überlegen, wo diese Unsicherheit herkommt. Sicherlich sind die Enttäuschungen der Vergangenheit noch präsent und haben maßgeblich die eigene Persönlichkeit geprägt. Da diese Aspekte jedoch in der Vergangenheit liegen, sollte man sie dort auch belassen und sich von diesen alten Erfahrungen verabschieden. Loslassen und vergeben kann den enttäuschten Menschen befreien. Im Zweifelsfall sollte man auch die Möglichkeit der professionellen Unterstützung durch einen Psychologen oder Psychotherapeuten in Betracht ziehen.

Grundlegend muss man sich immer vor Augen halten, dass kein Mensch perfekt ist und jeder Fehler macht – auch wir selbst. Wenn wir uns dies zugestehen, müssen wir dies auch dem Gegenüber zugestehen. Dabei sollte man nicht auf den Fehler des anderen warten, der uns in unserer Enttäuschung bestätigt, sondern ihm die Freiheit geben, sich für eventuell auftretende Fehler entschuldigen zu können. Dann heißt Vertrauen auch Vergeben und den Partner zu lieben, wie er wirklich ist – mit allen großen Stärken und kleinen Fehlern. Dann ist der Weg frei für eine schöne, vertrauensvolle Partnerschaft.

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