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Wann sind wir da? Mit Kindern auf langen Autofahrten

Welche Eltern können nicht ein Liedchen davon singen: Die Frage lautet nicht, ob der Satz kommt, sondern lediglich wann – Und dann kommt dieser immer wiederkehrender Satz aus der hinteren Sitzreihe: „Sind wir bald da?“. Es folgt ein Gequengel und Geknatsche, bis man endlich das Ziel der Reise erreicht hat. Doch Eltern können beruhigt sein: Es liegt nicht an den Kindern oder gar an den Eltern. Nein, das Auftreten der Frage kann sogar mathematisch bestimmt werden.

Professor Dwight Barkley, englischer Mathematikprofessor an der Warwick Universität und selbst Vater von drei Kindern, konnte anhand drei Schlüsselfaktoren eine Formel erstellen, welche die präzise Berechnung möglich macht, wann die Frage kommt – und im Umkehrschluss, mit welchen Faktoren man das Auftreten der Frage hinauszögern kann.

Der erste Faktor besteht aus der Entwicklung von Langeweile für das Kind während der Fahrt. Lieder, Kuscheltiere und Snacks bieten dem Kind eine erste Ablenkung, die durch die Reise in unbekannten Regionen noch verstärkt werden kann (z.B. „Schau mal ein Windrad“ oder „eine Weide mit Kühen/Pferden“. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“, Autoschilderraten oder das Zählen von Autos einer Farbe.

Als zweiter Faktor ist die Packdauer vor der Fahrt zu bedenken. Je länger die Familie mit dem Verpacken und Verstauen beschäftigt ist, desto ungeduldiger ist das Kind bereits vor der Fahrt, was sich in der früheren Nörgelei während der Autofahrt nieder schlägt.

Autofahrten mit Kindern

Autofahrten mit Kindern @iStockphoto/Maya Kruchancova

Hinzu kommt als dritter Faktor die Zahl der im Auto sitzenden Kinder, welche nicht zusammengezählt, sondern ins Quadrat gesetzt werden muss. Somit ist die Zeit bis zur Quengel-Frage mit zwei Kindern nicht nur halb so lange, sondern beträgt lediglich ein Viertel der eigentlichen Zeitspanne. Im Grunde kann man die Frage also auf langen Fahrten nicht generell vermeiden, sonder nur mittels entsprechenden Beschäftigungsmöglichkeiten hinauszögern.

Gute Vorbereitung und Pausen

Je länger eine Fahrt dauert, um so wichtiger ist eine gute Vorbereitung im Vorfeld der Reise. Auch regelmäßige Pausen können den Stress bei langen Fahrten mit Kindern mindern, da sie sich so zwischendurch einfach mal ein wenig Austoben können. Hierfür eignen sich auch Parkplätze und Autobahnraststätten, die bisweilen mit kleineren Freiflächen oder gar mit einem Spielplatz bzw. einer Spielecke ausgestattet sind.

Pausen sollten alle zwei Stunden gemacht werden, damit sich alle Mitfahrenden die Beine vertreten können und der Fahrer wieder Konzentration sammeln kann. Ein Toilettengang, ein kleiner Spaziergang oder auch ein Snack und etwas zu Trinken verhelfen ebenfalls zu neuer Energie, um die weitere Fahrt entspannter antreten zu können. Und wenn dann eben doch der Zeitpunkt kommt, an dem die lieben Kleinen die beliebte Frage stellen: Bleiben Sie einfach ruhig und denken Sie sich: Das „Wann sind wir da?“ war einfach unvermeidlich.

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