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Warum heiraten?

Für viele Menschen ist es der Inbegriff der Romantik, eines Tages zu heiraten. Was früher (zumindest für die Frauen) fast ein gesellschaftliches Muss war, kann heute sicherlich auch von der romantischen Seite her gesehen werden. Ein Blick auf die heutigen Scheidungsraten lässt einem jedoch schnell den Spaß am Heiraten vergehen. In Zeiten von Alleinerziehenden, „wilden Ehen“ und Patchworkfamilien in Verbindung mit diversen Absicherungsmöglichkeiten für den unverheirateten Lebensgefährten bleibt einem tatsächlich nur noch übrig zu fragen, welche Gründe es heute noch gibt, gemeinsam vor den Traualtar zu treten.

Das Für und Wider einer Hochzeit muss dabei jeweils im Einzelfall betrachtet werden, um wirklich entscheiden zu können, ob man heute noch heiraten sollte. Eine allgemein gültige Antwort kann hierbei leider nicht „Ja“ oder „Nein“ heißen.

Contra Hochzeit und Co

Immer mehr Menschen lehnen eine Hochzeit grundlegend ab. Die Voraussetzung, sich gemeingültig und vor dem Gesetz zueinander bekennen zu müssen, um gesellschaftlich anerkannt zu werden, ist mit der Gleichberechtigung sozusagen „den Bach runter gegangen“. Finanziell sind die meisten Menschen heute unabhängig vom anderen Geschlecht und auch im Fall eines Kindes kaum in einer schlechteren Situation als Verheiratete.

Stattdessen ist die Sorge vor Selbstverständlichkeit und Bequemlichkeit ein deutlich häufigerer Faktor, der Menschen von der Heirat abhält. So mancher glaubt, dass sich der Partner nach der Ehe der Liebe des Anderen „zu sicher“ fühle und der Alltag schneller in die Partnerschaft einkehren könne. Ob dies eine reine Fantasie oder Angst der Menschen ist oder ob tatsächlich etwas dran ist, weiß wohl kaum jemand zu sagen. Vielleicht ist es auch einfach das Gefühl von Freiheit, dass sich Menschen der heutigen Zeit länger zu erhalten wünschen, da Abhängigkeiten und Fremdbestimmung auch im Berufsleben schon verbreitet genug sind.

Unromantisch – die finanzielle Seite

So manch ein Junggeselle witzelt herum, dass er erst dann heiraten werde, wenn er auch das Geld für die Scheidung gespart habe. Tatsächlich kann eine Heirat finanzielle Vorteile bringen, wenn es um steuerliche Fragen und die Absicherung von Familienmitgliedern geht. Da jedoch auch viele Frauen heute in guten Positionen arbeiten, sind die finanziellen Aspekte in der jüngeren Vergangenheit immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Heiraten

Heiraten ©iStockphoto/kzenon

Dennoch sind bis heute viele Frauen ab der Ehe mit Kindern von ihrem Partner finanziell abhängig. Dies führt im Fall der Scheidung nicht selten zu Konflikten. Während die meisten Väter die Unterhaltspflicht für die Kinder einsehen, liegt der Unterhalt für die Exfrau eher „schwer im Magen“. Gerade letzterer Umstand kann jedoch in Form eines Ehevertrages oder einer notariell festgelegten Gütertrennung im Vorfeld geklärt werden, was diesen Aspekt der Ehe dem Contra wieder ein wenig entrückt.

Für Liebe gibt es keine Garantie

Trotz aller Aspekte wie der Förderung des Familiengefühls sowie der illusorisch größeren Freiheit gilt für viele Menschen die Ehe als Auslaufmodell. „Wilde Ehen“ sind „in“ und gelten in der Gesellschaft längst nicht mehr als beachtenswert. Stattdessen wird dem Individuum das Recht auf persönliche Freiheit gewährt, die zu Lebensabschnittsgefährten entsprechend der persönlichen Weiterentwicklung passen.

Aber dennoch trauen sich viele Menschen bis heute Jahr für Jahr vor den Traualtar, um einander das wohlbekannte „Ja“-Wort zu geben. Traditionsbewusstsein für die einen, Romantik für die anderen, das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit für weitere – all jene Aspekte, die früher der Hochzeit zugeschrieben wurden, stehen auch heute noch hoch im Kurs. Auch wenn nicht selten eine lange „wilde Ehe“ kurz nach einer Hochzeit zur Trennung führt, können schnell geschlossene Ehe ebenso schief gehen und vor dem Scheidungsrichter enden. Für Liebe gibt es sicherlich keine Garantie. Aber solange der Mensch liebt, wird es wohl auch immer noch Mutige geben, die gemeinsam vor den Traualtar treten.

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