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Was beim Kauf und Bau eines Gartenhauses zu beachten ist

Die Zeiten, in denen ein Gartenhäuschen ein wackliger und unschöner Geräteschuppen war, sind längst vorbei. Denn auch hier gilt inzwischen für fast jeden Gartenbesitzer: größer, schöner, stabiler. Die Wirtschaft hat reagiert und nun hat der Kleingärtner zwischen unzähligen Modellen die Qual der Wahl. Ob Abstell-, Hobby-, Party- oder sogar Wohnraum – auf dem Markt gibt es kleine Häuschen von zwei mal drei Meter bis hin zu großen Gartenvillen mit fünf mal fünf Metern Größe. Oder sollte das Häuschen gleich selber gebaut werden? Mit einigen entscheidenden Tipps findet jeder Gartenbesitzer für sich das richtige Haus.

Die Nutzung ist entscheidend

Bei der Wahl der Behausung für das bürgerliche Kleinod ist der Zweck der Nutzung ausschlaggebend. Es gibt Häuser aus Holz, Stein, Kunststoff oder Metall. Soll es eine Sauna sein oder nur den Rasenmäher beherbergen? Ist ein Kinderspielhaus geplant oder doch lieber eine gemütliche Grillecke? Diese Gedanken sollte sich jeder Gartenbesitzer vor der Modellwahl machen, denn davon ist die Größe des Häuschens abhängig. Bei der Wahl der Materialien sollten Zeitaspekte beachtet werden: Holz braucht intensivere und zeitaufwändigere Pflege als Kunststoff. Auch der Stil sollte zum Garten passen.

Sind die Wünsche klar, kann sich der Gartenbesitzer zwischen einem Blockbohlenhaus, einem Metallhaus, einem massiven Elementbaugartenhaus oder sogar einem Pavillon entscheiden. Das Blockbohlenhaus ist äußerst stabil und langlebig. Es besteht aus massivem Holz und Rund- oder Vierkantbalken. Der Vorteil dieses Modells ist die isolierende Eigenschaft. In diesem Haus hat es der Besitzer im Sommer angenehm kühl und im Winter gemütlich warm. Ein Blockbohlenhaus kann gekauft oder selbst gebaut werden. Auch das Elementarbaugartenhaus besteht aus massivem Holz, wird aber fertig geliefert. Diese Bauart gibt es in allen Größen und Formen. Wer nur seine Gerätschaften lagern möchte, sollte an ein Metallhaus denken. Die Zinkbeschichtung macht es wetterfest, Scharniere und Schraubverbindungen sollten aus rostfreiem Stahl sein. Ein Pavillon ist am Besten für denjenigen geeignet, der sich zum Beispiel eine gemütliche Grillecke oder einen Platz zum Ausruhen wünschen. Dieses stilvolle Gebilde ist zumeist aus Kunststoff, seltener aus Holz. Zahlreiche Varianten sind jedoch nicht wetterfest, so dass der Pavillon jedes Jahr aufs Neue aufgestellt werden muss.

Gartenhaus

Gartenhaus @iStockphoto/James Martin

Achtung Baugenehmigung – einfach loslegen, geht nicht!

Wer mit dem Gedanken spielt, ein neues Gartenhaus zu errichten, sollte sich auch mit den rechtlichen Aspekten des Vorhabens vertraut machen. Kleine Gebäude sind in vielen Kommunen baugenehmigungsfrei. Doch die Grenzen schwanken von Bundesland zu Bundesland. Während im Norden beispielsweise eine Baugenehmigung ab einer Größe von 30 Kubikmetern erforderlich wird, liegen in manchen südlichen Regionen die Grenzen unter Umständen bei bis zu 75 Kubikmetern. Rechtlich gibt es auch den Unterschied von Gebäuden mit oder ohne Aufenthaltsraum, Toilette oder Feuerstätte. Aber auch ein baugenehmigungsfreier Schuppen muss mit dem öffentlichen Baurecht in Einklang gebracht werden. Gibt es einen Bebauungsplan? Dann sollte dieser sorgfältig studiert werden. Abstände zur Nachbarsgrenze und Höhe des Gebäudes unterliegen ebenfalls rechtlichen Verordnungen.

Deswegen sollte unbedingt vor Baubeginn und Modellwahl ausreichende Informationen von den örtlichen Behörden eingeholt werden. Bundesweit einheitliche ist jedoch das Verbot, im Garten zu wohnen. Für eine Gartenlaube darf keiner seine Wohnung aufgeben. Wer das Wochenende im Gartenhäuschen verbringt, wird jedoch nicht gleich die Polizei auf den Plan rufen.

Der Anfang – das Fundament

Hat man sich für ein Modell entschieden, beginnt der Bau oder das Aufstellen von fertig gekauften Häusern immer mit dem Fundament. Denn schließlich soll die Behausung möglichst lange Freude schenken. Deswegen muss der Untergrund immer passend zum Haus vorbereitet werden. Ratsam ist hier, eine größere Fläche als die eigentliche Größe des Hauses zu bearbeiten. So können später Erweiterungen oder beispielsweise eine Terrasse bequem angebaut werden.

Das Fundament besteht je nach Modell aus einer Bodenplatte, Beton oder verlegten Gehwegplatten. Die Humusschicht darunter sollte entfernt und mit Kies ersetzt werden. Nur bei festem Untergrund reicht eine Begradigung und Verfestigung des Bodens. Bei einem Plattenfundament besteht der Nachteil, dass gefrierendes Wasser sich im Erdreich ausdehnen kann und so die Platten aus der Lage bringt. Daher sollte diese Fundamentart nur bei kleineren Garten- und Gerätehäusern gewählt werden. Bei weniger standfestem Boden oder einem größeren Gartenhaus eignet sich eine vollflächige Betonplatte. Diese kann einfacher hergestellt werden, als Punkt- bzw. Streifenfundamente, die Profi-Know-How erfordern.

Kaufen versus bauen – die richtige Wahl

Wer die Basis hat, kann endlich zur Tat schreiten und sein Haus endlich errichten. Dabei hat der Gartenbesitzer wieder mehrere Optionen: Fertig geliefert und aufgebaut, Sets selber zusammen bauen oder sein Gartenhäuschen in völliger Eigenleistung erstellen. Für den leidenschaftlichen Hobbyhandwerker ist der alleinige Bau sicher eine überwindbare Herausforderung. Dabei können vor allem individuelle Wünsche umgesetzt werden. Der Bauherr kann sämtliche Materialien selbst wählen und diese Variante bietet großes Sparpotential. Im Internet sind wertvolle Anleitungen zu finden. Wichtige Werkzeuge für den Handwerker sind dabei Stichsäge, Fuchsschwanz, Akkuschrauber, Teppichmesser, Hammer, Wasserwaage und Zollstock. Allerdings ist der Eigenbau nichts für Laien.

Wer sich den kompletten Bau nicht zutraut, kann die Mischvariante wählen und fertig angebotene Bausätze erstehen. Das ist etwas teurer als die Variante Eigenbau, aber für den Nichtprofi auch sicherer – hier kann man nicht viel falsch machen. Die Teile sind vorgefertigt und zugeschnitten und müssen nur wie ein Puzzle zusammen gesetzt werden. Das Gartenhaus hält beim ordnungsmäßigen Aufbau viele Jahre. Solche Sets sind auch online gut zu erstehen.

Wer so gar keine handwerklichen Ambitionen hat, kann ein Komplettgartenhaus erwerben. Dabei ist jedoch ein Besuch und eine Beratung beim Fachanbieter ratsam. Je nach Anbieter wird das Fertigbauhaus geliefert und an Ort und Stelle aufgebaut. Der Gartenbesitzer braucht nur zuschauen. Dieser Luxus ist jedoch von allen drei Varianten der teuerste Spaß.

Der Feinschliff der neuen Behausung

Weitere Aspekte beim Bau eines Gartenhauses sind unter Umständen die Strom- und Wasserversorgung. Gerade Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Daher lohnt es sich, über Solarstrom für das Häuschen nachzudenken. Zum Einen kann man dabei auf Solarzellen auf dem Dach zurückgreifen, zum Anderen gibt es die Möglichkeit einer sogenannten Inselanlage, eine kleinen gesonderten Anlage, die in der Regel sogar tragbar ist. Für eine herkömmliche Strom- und Wasserversorgung bietet sich die Zusammenarbeit mit den örtlichen Anbietern an.
Zum Schluss fehlt nur noch die Wahl der richtigen Einrichtung. Bei einem größeren Haus sollten das oft Couch, Sessel und Tisch sein. Wichtig ist hier, dass die Möbel robust und wetterfest sind, so dass sie gegebenenfalls auch leicht einen Winter überstehen können. Rattanmöbel sind hierfür sehr gut geeignet. Moderne Gartenlampen für den Innen- und Außenbereich setzten zum Abschluss das neue Gartenhäuschen in das richtige Licht.

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