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Was sind Zahnimplantate?

Bei Zahnimplantaten handelt sich um künstliche Zahnwurzeln, die operativ in den Kieferknochen eingesetzt werden. Sie dienen dem Zahnersatz, wenn ein oder mehrere Zähne entfernt werden mussten, durch Unfall oder Erkrankungen etc verloren gegangen sind. Die Idee der Zahnimplantate ist eigentlich schon sehr alt, aber ein etabliertes Verfahren in der Zahnmedizin ist das Implantieren von künstlichen Zahnwurzeln erst seit ca. 40 Jahren.

Mittlerweile hat sich die Implantologie zu einem eigenen Spezialgebiet in der Zahnmedizin entwickelt. Dabei haben sich sowohl die Verfahren als auch die verwendeten Materialien erheblich verändert und verbessert. So stehen heute für die unterschiedlichsten Indikationen verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ebenso hat sich der Patientenkreis, der mit Implantaten versorgt werden kann in den letzten Jahren deutlich erweitert.

Heute werden in aller Regel Implantate aus Titan verwandt, da diese optimale Ergebnisse beim Einwachsen in den Kieferknochen zeigen. Dies hängt mit speziellen Eigenschaften des Werkstoffes Titan zusammen, der im Gegensatz zu anderen Stoffen keine Allergien auslöst und ein Maximum an Verträglichkeit garantiert. Seit einiger Zeit wird auch wieder Keramik für das Implantat verwandt. Dieses Material hatte man für einige Jahre verlassen, da es nicht die notwendige Stabilität aufwies. Seit einigen Jahren steht nun aber Keramik zur Verfügung die den Kaubelastungen hervorragend standhält und somit auch für das eigentliche Implantat genutzt werden kann.

Was sind Zahnimplantate?

Was sind Zahnimplantate? @iStockphoto/Adam Antolak

Bei den Implantaten handelt es sich meistens um keine schraubenförmige Titankörper, die die natürliche Zahnwurzel, nicht aber die Zahnkrone ersetzen. Auf diese Implantate wird n einem weiteren Behandlungsschritt der eigentliche Zahnersatz, also eine Krone oder Brücke aufgesetzt. Sogar die Versorgung mit herausnehmbarer oder fester Vollprothese ist möglich. Welche Art des Implantates für den Patienten in Frage kommt, entscheidet der Facharzt nach eingehender Diagnostik und ausführlicher Beratung des Patienten. Für diese Entscheidung sind sehr viele verschiedene Faktoren maßgebend, so z.B. der Zustand des Kieferknochens und die Knochendichte, die Position des Implantates ( ob es sich im Front- oder Seitenbereich des Kiefers, im Ober- oder Unterkiefer befindet), ob genügend Knochensubstanz vorhanden ist, oder erst in einem vorausgehenden Behandlungsschritt aufgebaut werden muss, etc.

Sind alle notwendigen Entscheidungen und Vorbereitungen getroffen, beginnt die eigentliche Behandlung, die in mehreren Schritten stattfindet. Am Anfang steht der chirurgische Eingriff, bei dem das Implantat in den Kieferknochen eingepflanzt wird. In den meisten Fällen schließt sich die Wundheilungszeit und eine Einheilungszeit in den Kieferknochen an, in der das Implantat nicht belastet werden darf. Der eigentliche Zahnersatz, d.h. die Versorgung mit Krone oder Brücke erfolgt erst nach mehreren Wochen oder Monaten.
Es gibt allerdings auch Verfahren, bei denen eine Sofortbelastung möglich ist, so dass Implantation und Versorgung mit dem Zahnersatz in einem Schritt erfolgen können. Diese Verfahren werden allerdings eher zurückhaltend eingesetzt und sind auch nicht für jeden Patienten geeignet.

Wichtig ist bei der Behandlung mit Zahnimplantaten auch die Beachtung der notwendigen Mundhygiene und der Pflege des Zahnersatzes. Neben der äußerst gründlichen Reinigung der Zähne und Mundhöhle nach den Mahlzeiten ist auch eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt und eine ca. 4mal jährlich durchzuführende professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis notwendig.

Die „Haltbarkeit“ der Zahnimplantate ist heute sehr gut, da die heutigen Implantate über eine sehr gute Stabilität verfügen und Brüche nur noch extrem selten vorkommen. Es gibt Implantate, die sogar seit mehr als 40 Jahre noch voll funktionsfähig liegen. Garantien übernehmen die meisten Praxen und Kliniken für Implantologie für 5-10 Jahre.

Zu den Kosten und der Kostenübernahme durch die Krankenversicherung ist zu sagen, dass die Versorgung mit Zahnimplantaten recht kostenintensiv ist und von den gesetzlichen Krankenkassen nur im Ausnahmefall übernommen wird. Bei privaten Krankenkassen kommt es in punkto Kostenerstattung auf die Art des Vertrages an, so dass hier kaum verbindliche Aussagen gemacht werden können. Allerdings ist zu beobachten, dass es sehr große Preisdifferenzen gibt, die sich durch die unterschiedlichen Verfahren und Materialien, die unterschiedlich umfassende und technisch aufwendig Diagnostik etc. erklären. Daher ist dem Patienten dringend zu raten, dass er sich intensiv beraten lässt und evtl. auch mehr als eine ärztliche Meinung einholt.

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