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Wie das Internet die Kinder beeinflusst

Rund 80 % der Deutschen besitzen grundlegend die Möglichkeit, das Internet zu nutzen. Ein Umstand, der sich auch auf die Aktivitäten von Kindern auswirkt. Das Internet bietet Eltern und Betreuungspersonen eine große Informationsvielfalt für, über und mit Kindern.

Auch für Kinder ist die Nutzung des Internets vielfach bereits selbstverständlich geworden. Sie wachsen in einer Generation auf, in der Computer einfach dazugehören – ob in der Schule, in der Freizeit oder auch später im Berufsleben. Doch nicht wenige Eltern und Lehrer machen sich bereits Sorgen, welche Veränderungen das Internet für die sorglose Kindheit ihrer Sprösslinge mit sich bringt.

Chatten, Surfen, Emails lesen

Kinder lernen schnell – auch im Internet kennen sich viele Kinder heute entsprechend besser aus, als ihre Eltern. Da wird gechattet und geemailt mit anderen Menschen, die – oh Wunder der Technik – hunderte von Kilometern oder nur zwei Straßen voneinander entfernt wohnen.
Das Internet bietet dabei Platz, die eigenen Träume und Vorstellungen auszuleben. Ein Nickname wird ausgesucht, Aussehen und Hobby beschrieben und die persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse bis zur Unkenntlichkeit erklärt, ohne dass jemand auf Anhieb deren Wahrheitsgehalt geprüft werden kann. Schnell kommt es dadurch auch zu Kontakten, die nicht altersgerecht und entsprechend gefährlich sein können.

Problematisch wird es jedoch auch, wenn Kinder oder Jugendliche beginnen, sich über das Internet ihre eigene Traumwelt aufzubauen. Gefühle, Gedanken und Gesten werden nur noch mit Worten ausgedrückt, wobei sich durch den fehlenden persönlichen Kontakt schnell Aussagen treffen lassen, die man im wahren Leben eher für sich behalten hätte. Konflikte müssen nicht geklärt werden, sondern können mit einem Tastendruck auf „Escape“ weggeklickt werden. Die notwendige Übernahme der Konsequenzen für das eigene Handeln kann entsprechend zwar erfolgen – muss jedoch nicht. Die soziale Kompetenz bleibt somit auf der Strecke, wenn nicht bereits eine gesunde Fähigkeit im menschlichen Miteinander besteht. Andererseits kann auch diese verkümmern, wenn sie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt mit den eigenen Mitmenschen ausgeübt wird.

Bisweilen konnten bereits auch suchtähnliche Symptome beobachtet werden, wenngleich sich die Wissenschaft noch nicht einig ist, ob man von einer Internetsucht als Krankheit sprechen kann. Tatsächlich gibt es jedoch immer mehr Internetnutzer aller Altersklassen, die einen ständigen Drang verspüren „online zu sein“ und das Internet zu Lasten anderer Freizeitaktivitäten bevorzugen. Wird diesen Menschen die Internetnutzung vorenthalten, sind Unruhe, Nervosität und Langeweile die Folge. Werden sie auf diesen Umstand angesprochen wird zumeist das Internet und dessen Nutzung verheimlicht und verharmlost.

Kinder und Internet

Kinder und Internet @iStockphoto/Liv Friis-Larsen

Ebenfalls schwierig ist dabei häufig der fehlende Austausch für Kinder nach der Aktivität. Während nach einem gemeinsamen Fußballspiel noch lange miteinander über die Aktivität gesprochen, gestritten und diskutiert werden kann, bieten die alleine erfolgten Aktivitäten im Internet nur bedingt Gesprächsstoff.

Kinder im Internet – Vermeiden oder richtig agieren

Viele Eltern versuchen die Gefahren des Internets für ihr Kind zu verringern, indem sie ihm den Umgang mit diesem neuen Medium weitestgehend verbieten oder deutlich einschränken. Verständlich, wenn man sich die aktuellen Zahlen der Statistiken anschaut. Nach diesen waren bereits 14 % der 6jährigen wenigstens schon einmal im Internet, während 50 % der 7 bis 11jährigen bereits regelmäßigen Kontakt mit dem World Wide Web haben. Bei den 12-15jährigen sind es sogar 75 %, wobei hier bereits der schulische Alltag und die Informationsrecherche eine Rolle spielt.
Da jedoch das Internet ebenso wie andere neue Medien unsere Gesellschaft nachhaltig in allen Bereichen prägen, ist es sinnvoller, zusammen mit dem Kind den richtigen Umgang und die Nutzung des Internets zu erlernen. Wissen schützt hier mehr als Verbote, da Verbote den Reiz zumeist deutlich erhöhen.

Kinder im Internet schützen

Wer gemeinsam mit dem Kind auf die Entdeckungsreise „Internet“ geht, kann dem Kind eine hilfreiche Stütze sein, die Sozialkompetenz nicht zu verlieren. Gemeinsam angeschaute Webseiten können somit auch besprochen werden, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Die Einschränkung auf kindersichere Webseiten kann mittels entsprechender Software gewahrt werden, wodurch nur ausdrücklich für Kinder geeignete Informationen auf dem Bildschirm erscheinen.

Beim Chatten und Emails verschicken können einige Grundregeln dem Kind ebenfalls Sicherheit bieten. Der richtige Name sollte ebenso vermieden werden wie Auskünfte über Adresse, Hobbys und vergleichbare Informationen. Keinesfalls sollte das Kind sich mit anderen aus dem Internet verabreden, ohne den ersten Kontakt zusammen mit einem Elternteil wahrzunehmen. Bei längeren Freundschaften über das Internet sollten Telefonnummern zusammen mit den Eltern ausgetauscht werden und erste Kontakte in deren Begleitung stattfinden. Emails sollten nur von bekannten Absendern geöffnet werden, doch auch hier ist die Prüfung mit einem Virenschutzprogramm sinnvoll. Dateien sollten ebenfalls nicht einfach von fremden Webseiten heruntergeladen werden. Dies schützt den eigenen Computer vor Gefahren und Dateien wie möglicherweise illegalen Musik- und Filmdaten.

Der richtige Umgang mit dem Medium Internet kann auch für Kinder und Jugendliche eine Bereicherung sein. Doch damit sie sicher und aktiv Nutzen daraus ziehen können, benötigen sie die Unterstützung und Begleitung von Erwachsenen.

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