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Zahnersatz in der privaten Krankenkasse

In jungen Jahren wird meist nicht daran gedacht, dass die Zähne, die ein Leben lang halten sollen, einmal ausfallen könnten. So klein Zähne auch sind, so teuer sind sie, wenn sie ersetzt werden müssen. Deshalb ist es wichtig, dass schon ab einem Alter von etwa zwanzig Jahren eine private Krankenversicherung, besonders für den Zahnersatz, abgeschlossen wird. Wenn dies nicht gewollt ist, hilft nur eines: Sparen und das Geld auf die ‚hohe Kante‘ legen, damit der Mund auch noch im hohen Alter mit weißen, makellosen Zähnen glänzen kann. Zahnprothesen, ob Teil- oder Ganzprothesen, die von der normalen Pflichtversicherung bezahlt werden, sind nicht das Gelbe vom Ei. Es kommen kaum neue Techniken zur Anwendung und auch auf die Qualität des Materials wird nicht so sehr Augenmerk gelegt. Muss doch der Zahnersatz aus dem Topf der gesetzlich vorgeschriebenen Krankenversicherung bezahlt werden und dort ist Sparen angesagt. Ein minderwertiger Zahnersatz kommt oft teurer, da dieser des Öfteren repariert oder ersetzt werden muss. Jedoch so weit geht das Denken der öffentlichen Hand nicht. Ganz abgesehen vom Tragekomfort der minderwertigen Materialien: wunde Stellen am Kiefer und Schmerzen lassen so manchen Gebissträger verzweifeln. Deshalb landen viele Gebisse ungetragen oder nur selten getragen in der Schublade. Das hat wiederum den Nachteil, dass sich der Kiefer verändert und die Ersatzzähne mit der Zeit überhaupt nicht mehr passen.

Die Werbung, bei der jemand mit den dritten Zähnen genussvoll in einen Apfel beißt, gehört eher in das Reich der Märchen. Außer, es wurden die neuen Technologien, wie zum Beispiel Implantate verwendet. Doch diese Technologien lassen sich die Zahnärzte und die Zahntechniker beinahe mit Gold aufwiegen. Denn unter zehntausend Euro und mehr für eine Gebisshälfte, geht da gar nichts, außer in Ungarn oder Polen. Busreisen können in die billig Zähne reparierenden Länder gebucht werden, der Zahntourismus wird immer mehr zum Muss für nicht so betuchte Zahnlose. Doch dies hat wiederum den Nachteil, dass bei plötzlichen Gebrechen nicht sofort repariert werden kann, da der Zahnarzt hunderte Kilometer entfernt ist. Trotz allem, ist es für die Gesundheit und das Selbstwertgefühl sehr wichtig, dass die Zähne einwandfrei sind und ein schönes, gepflegtes Gesamtbild bestehen bleibt. Bei Zeiten vorgesorgt, erspart später enorme Kosten und Probleme.

Kosten eines Zahnersatzes

Die Kosten eines Zahnersatzes sind breit gefächert, es kommt darauf an, ob nur Teile ersetzt werden müssen oder ein ganzes Gebiss anzufertigen ist. Werden die Preise verglichen, so sind die Kosten bei der gesetzlichen Krankenversicherung (Einsparung beim Material) geringer als bei der Abrechnung durch eine private Krankenversicherung. Eine Krone beispielsweise kostet ca. 140 Euro bei der gesetzlichen, bei der privaten schon 260 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Abdruck, die eventuelle provisorische Krone, der Modellguss beim herausnehmbaren Zahnersatz, eine Kiefergelenksbestimmung, Eigenlaborkosten, Kosten des Zahntechnikers und einiges mehr. Bei Leistungen durch die gesetzliche Krankenkasse ist ein festes Honorar zwischen Arzt und Kassa festgelegt. Dagegen variieren bei privaten Versicherten die Kosten erheblich und es wird sehr oft ein erhöhter Zeitaufwand oder eine Zusatzleistung verrechnet. Deshalb sind privat versicherte Patienten lieber gesehen als die nur gesetzlich Versicherten. Vom Gesetz her gibt es keine Zwei-Klassen-Medizin. Dies ist allerdings nur Theorie, die Praxis ist eine andere.

Vor einigen Jahrzehnten war es noch ‚in‘ sein Geld bzw. Gold im Mund zu tragen. Heutzutage ist das eher verpönt und nur noch in einigen Kreisen üblich. Ob Gold-, Keramik- oder Teleskopkrone, die Preise sind in etwas gleich und liegen bei knapp 500 Euro.

Kosten eines Implantates

Implantatskosten sind schwer zu beziffern, kommt es doch darauf an, ob zusätzlich knochenaufbauende Maßnahmen hinzugerechnet werden müssen. Implantate haben einige Vorteile. Diese liegen darin, dass einzelne als auch mehrere Zahnlücken sehr schnell geschlossen werden können. Auf Brücken, bei denen gesunde Zähne angeschliffen werden müssten, kann so verzichtet werden. Weiters ist auf die Langlebigkeit der Zahnimplantate hinzuweisen. Ob Titan oder Keramik, sie halten länger und sind widerstandsfähiger. Einmal implantiert, kann der Patient lange sorglos zubeißen. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine Implantatsversorgung wirtschaftlicher ist als der herausnehmbare und oft reparaturintensive Zahnersatz. Bezieht der Patient die wirtschaftliche Sachlage und eine private Krankenversicherung mit ein, ist es eine mitunter ‚preiswertere‘ Sache Implantate zu verwenden. Die Einzelimplantatskosten liegen, je nach Aufwand, zwischen 1.600 und 3.300 Euro. Eine zahnlose Unterkieferversorgung, mit herausnehmbarem Ersatz auf zwei Implantaten, wird in etwa bei 4.500 Euro liegen. Der festsitzende Zahnersatz beziffert sich jedoch je Ober- und Unterkiefer auf etwa 13.000 Euro.

Zahnersatz in der privaten Krankenkasse

Zahnersatz in der privaten Krankenkasse @iStockphoto/Zoran Zivkovic

Welche Leistungen erbringt eine private Krankenkasse im Falle einer Inanspruchnahme?

Bei einer Zahnzusatzversicherung für Zahnersatzleistungen, ob Inlays, Zahnersatz oder Implantate übernimmt die Versicherung, je nach Versicherungs-Paket zwischen 30 % und 90 %, in Einzelfällen auch 100 % der Kosten. Die Zusatzversicherung sollte, wie schon erwähnt, in jungen Jahren abgeschlossen werden, da in diesem Falle die Monatsbeträge gering sind und die Versicherungsleistung über Jahre angespart werden kann. Ab ca. 7 Euro im Monat liegen die niedrigsten Beträge. Über die Versicherungsjahre hinweg ist es wichtig, dass die Leistungen immer wieder angepasst bzw. erhöht werden. Vor Abschluss einer privaten Versicherung sollte auf jeden Fall der Tarif und die Leistungen, die von dieser im Schadensfalle zu bezahlen sind, verglichen werden. Leider ist es nicht so einfach durch den Tarifdschungel zu blicken, denn fast jede Versicherung hat ihr eigenes Erstattungssystem entwickelt. Hier hat es der Gesetzgeber verabsäumt, die Versicherungen in die Pflicht einer einheitlichen Übersicht zu nehmen. Ob das so gewollt ist oder nicht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist es wichtig, genaue Vergleiche anzustellen.

Müssen einzelne Zähne ersetzt werden oder ist ein kompletter Zahnersatz von Nöten, der neueste Stand der Zahntechnik rät, wie schon erwähnt, zu Implantaten. Diese werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt, denn sie gelten als Privatleistungen. Es gibt zwar Ausnahmen, diese müssen jedoch krankheitsbedingt sein (Tumore, angeborene Fehlstellungen etc.), doch auch hier muss das Vorhaben vorab von der Krankenkasse geprüft und bewilligt werden. Beim Abschluss einer privaten Zusatzversicherung gehört vor der Unterzeichnung abgeklärt, ob die Implantats-Technik mit inbegriffen ist. Denn die Versicherungsanstalten unterscheiden zwischen dem zahntechnischen Aufwand und dem implantologischen Aufwand. Dieser Aufwand wird mit unterschiedlichen Richtsätzen honoriert. Alle Kosten müssen und sollten vorher abgeklärt werden, bevor der Zahnarzt zu den Instrumenten greift. Es ergeben sich sonst böse Überraschungen, wenn die Zahnarztrechnung ins Haus flattert. Außer es wurde ein Lottosechser erzielt oder eine Erbschaft angetreten. Da dies nur selten vorkommt und diesen Artikel kaum ein sehr betuchter Zeitgenosse lesen wird ist es anzuraten, wie oben beschrieben vorzugehen. Jeder Zahnarzt erstellt auf Anfrage einen Behandlungs- und Kostenplan. Diese Aufstellung kann durch den Zahnarzt verrechnet werden und ist nicht immer kostenlos. Wird eine Behandlung dann in Angriff genommen, werden die Voranschlagskosten meist wieder abgezogen. Auch das muss im Vorhinein genau besprochen werden. Wenn auch der Besuch beim Zahnarzt so manchem Patienten die Schweißperlen auf die Stirn treibt und die Türe lieber von außen als von innen geschlossen wird, auf eine sorgsame Vorgangsweise sollte im Sinne der Kosten Bedacht genommen werden.

Mit dem Kostenvoranschlag kann vorab die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung, ob nur die gesetzliche und/oder die private abgeklärt werden. Zahnärzte erstellen die Kosten nach der Gebührenverordnung und jeder Punkt der Behandlung kann nach Wunsch des Kunden gesondert angeführt werden. Teile werden oft von der gesetzlichen Versicherung und Zusatzleistungen von der privaten Krankenkasse übernommen.

Wichtig ist es, zu beachten, dass die zahnärztliche Behandlung einen Vertrag zwischen dem Patienten und dem Zahnarzt darstellt. Es ist auf jeden Fall kein Vertrag zwischen Zahnarzt und Privater Versicherung. Die ordnungsgemäß ausgestellte Rechnung muss nach Abschluss der Behandlung vom Patienten bezahlt werden. Unabhängig von der Krankenversicherung, ob die einen Kostenanteil davon trägt oder nicht.

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