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Zahnersatz und Zahnimplantate

In diesen Fällen ist ein Zahnersatz nötig

Wieso benötigen wir Zahnersatz und Zahnimplantate? Wir werden zahnlos geboren. Doch schon nach wenigen Monaten bricht das Milchgebiss durch den Kiefer, welchen Zahnmediziner unseren „Zahnhalteapparat“ nennen. Was mit den Zähnen im Laufe eines Lebens geschieht, hängt von mehreren Faktoren ab:

– Genetische Voraussetzungen statten uns mit gesunden oder eher krankheitsanfälligen Zähnen aus.
– Ernährungsgewohnheiten verändern Zahnschmelz und Zähne.
– Schließlich können wir mit gründlicher Zahn- und Mundhygiene einen möglichen Zahnverlust zumindest hinauszögern.

Doch immer wieder erkrankt ein Zahn aus unterschiedlichen Gründen, so dass er nicht gerettet werden kann. Auch Unfälle können zu einem Zahnverlust führen. Mit einem Zahnersatz kann die Zahnlücke wieder geschlossen werden. Hierfür kommen verschiedene Ersatzformen in Frage.

Kronen als Zahnersatz

Nicht in jedem Fall ist ein Zahnverlust vollständig. Manchmal kann auf der verbliebenen Zahnwurzel eine Krone die Funktionstüchtigkeit des Zahnes für eine lange Zeit wiederherstellen. Wichtig ist diese Form des Zahnersatzes nicht nur aus optischen Gründen. Vielmehr wirkt die Weiterbenutzung jedes Zahns einem Knochenabbau entgegen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Zahnhalteapparates. Als Materialien für eine Krone kommen Gold, unedle Metalle oder zahnmedizinische Keramiken zum Einsatz. Für welches Material sich der behandelnde Zahnmediziner entscheidet, hängt von der Verträglichkeit beim Patienten ab. Die Kosten für einen solchen Zahnersatz spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Ist die Krone fachgerecht eingesetzt und der so überkronte Zahn noch stabil genug, kann diese Form des Zahnersatzes bis zu 30 Jahre bei normaler Benutzung erhalten bleiben.

Zahnersatz durch Zahnprothesen

Eine Zahnprothese ist ein traditioneller Zahnersatz, der dabei hilft, dass Patienten wieder normal essen und beißen können. Eine solche Prothese kann als Teilprothese angepasst werden, falls nur wenige Zahnlücken geschlossen werden müssen. Eine Vollprothese ersetzt dagegen eine komplett fehlende Zahnreihe, entweder im Ober- oder dem Unterkiefer. Beide Prothesenformen sind ein kostengünstiger Zahnersatz, welcher bei gründlicher Pflege für lange Zeit das Kauen erleichtert und ästhetisch kaum von den eigenen Zähnen unterscheidbar ist. Wie natürlich eine solche Zahnprothese wirkt, hängt von den verwendeten Materialien ab. In jedem Fall führt der Zahnersatz dazu, die Lebensqualität der Betroffenen sowohl optisch als auch funktional zu verbessern.

Zahnimplantate als moderne Form des Zahnersatzes

Zahnimplantate sind eine moderne Form des Zahnersatzes. Sie können einzelne Zähne ersetzen, größere Lücken schließen oder gar beide Zahnreihen durch neue, künstliche Zähne wiederherstellen. Allerdings bedarf das Einsetzen eines Zahnimplantats einer gründlichen Vorbereitungs- und Heilungsphase. Anders als bei Prothesen oder Kronen werden hiermit drei Teile des Zahnes ersetzt:

– Die Zahnwurzel. Sie besteht beim Zahnimplantat aus einer Schraube, welche im Kieferknochen befestigt wird.
– Der Zahnhals. Dies ist ein Verbindungsstück, welches künftig die künstliche Zahnwurzel mit der Implantatkrone verbindet.
– Die Implantatkrone. Sie ist der sichtbare Teil des Zahnersatzes und kann nach erfolgreichem Einsetzen wie die eigenen Zähne benutzt werden.

Nach einem plötzlichen Zahnverlust kann ein Sofortimplantat in wenigen Tagen die Lücke schließen. Dies ist allerdings nur möglich, falls keine Gegenanzeigen vorliegen. Ansonsten begleitet der Zahnmediziner die Vorbehandlung eines Zahnersatzes durch Implantate, prüft mögliche Sekundärerkrankungen, welche den Heilprozess beeinflussen könnten und kontrolliert auch nach erfolgreichem Einsetzen alle drei Monate den Zustand der Zahnimplantate. Selbstverständlich müssen die „Neuen“ so sorgfältig gepflegt werden wie eigene Zähne. Ist dies gewährleistet, dann haben Zahnimplantate den großen Vorteil, dass Patienten damit rund um die Uhr wieder allen gewohnten Betätigungen nachgehen können, ohne den Zahnersatz wechseln oder herausnehmen zu müssen.

Zahnersatz

Zahnersatz @iStockphoto/Adam Antolak

Zahnersatz durch Implantatkronen

Mit einer Implantatkrone können einzelne Zahnlücken geschlossen werden. Mit Hilfe moderner Materialien kann dieser Zahnersatz so angepasst werden, dass weder optisch noch funktional ein Unterschied zu den benachbarten eigenen Zähnen zu bemerken ist. Allerdings ist der Einsatz von Implantatkronen kostenintensiv, da es sich in jedem Fall um eine individuelle Einzelanfertigung handelt.

– Ein Teil dieser Kosten lässt sich durch kluge Wahl des geeigneten Materials einsparen. So sind Implantatkronen aus Legierungen (Gold oder Nichtedelmetalle) bzw. aus Titan günstiger als keramische Varianten, aber optisch nachteilig. Sofern eine Zahnlücke im nicht sichtbaren Mundbereich geschlossen werden soll, genügen die günstigen Materialien dennoch, da sie hinsichtlich der Funktionalität ihren Zweck langfristig gut erfüllen.
– Soll eine Zahnlücke im sichtbaren Mundbereich verschwinden, kann eine solche Implantatkrone als Verblendkrone eingesetzt werden. Hierbei verblendet eine zahnmedizinische Keramik oder medizinischer Kunststoff die Metallbasis in der individuellen Zahnfarbe.
– Vollkeramische Implantatkronen sind ein kostenintensiver, aber besonders natürlich wirkender Zahnersatz. Hierbei wird ein keramischer Kern mit einer Keramik in der eigenen Zahnfarbe komplett verblendet. Ein optischer Vorteil dieser Technik und des Materials ist dessen leichte Transparenz. Dadurch wirkt der künstlich ersetzte Zahn vollkommen natürlich.

Herausnehmbare Implantatbrücke als Zahnersatz

Statt einzelner Zähne kann mit einer Implantatbrücke eine größere Zahnlücke geschlossen werden. Selbst ein komplett zahnloser Ober- und Unterkiefer bekommen mit Hilfe dieses Zahnersatzes wieder ihre volle Funktionstüchtigkeit zurück. Um eine Implantatbrücke einzusetzen, werden zunächst Pfeiler in den Zahnhalteapparat eingebracht. Für einen kompletten Kiefer sind 8 – 10 dieser Pfeiler nötig. Darauf wird die Implantatbrücke aufgesetzt. Sie kann wie die eigenen Zähne belastet werden und lässt sich nach Bedarf herausnehmen. Vorteilhaft an dieser Variante des Zahnersatzes ist, dass mit der Implantatbrücke der Kiefer wieder wie früher benutzt wird. Der Körper versorgt den Zahnhalteapparat also weiterhin, was einem Knochenabbau effektiv entgegenwirkt. Nachteilig kann es sein, wenn ein Patient sich für eine Implantatbrücke entscheidet und der Kieferknochen bereits teilweise abgebaut ist. In einem solchen Fall muss zunächst Knochen aufgebaut werden, um genügend Halt für die nötigen Pfeiler zu bekommen. Dies verlängert den Ersatzprozess um einige Sitzungen, verbessert jedoch letztendlich die Lebensqualität der Patienten sowohl hinsichtlich der Funktionalität als auch der Ästhetik.

Soviel kostet verschiedener Zahnersatz im Durchschnitt

Zahnprothese: Für Material, Honorar und Laborkosten fallen im deutschen Durchschnitt ca. 1.400 Euro an. Etwa die Hälfte übernehmen die Krankenkassen. Wer regelmäßig sein Bonusheft führt, kann mit einem prozentual höheren Erstattungsbetrag rechnen.

Einzelimplantat:

Von den 1.800 – 3.400 Euro pro Zahnimplantat (Laborkosten, Material, Honorar) erstatten die Krankenkassen einen Basisbetrag. Wie bei anderen Formen des Zahnersatzes kann sich dieser Erstattungsbetrag mit Hilfe einer befundabhängigen Diagnose deutlich erhöhen.

Implantatkrone:

Für Material, nötige Untersuchungen und das Honorar fallen pro Einzelanfertigung 500 – 750 Euro an. Einen Teil der Kosten erstattet die Krankenkasse. Stellt der behandelnde Zahnarzt eine befundabhängige Diagnose, kann sich der erstattungsfähige Kostenanteil weiter erhöhen.

Herausnehmbare und festsitzende Implantatbrücke: Die Zahl nötiger Sitzungen, das Material und der Umfang der Brücke, die Laborkosten sowie das Zahnarzthonorar sind Anhaltspunkte für die Vorkalkulation. Herausnehmbare Implantatbrücken kosten mindestens 4.000 und höchstens 10.000 Euro. Festsitzende Implantatbrücken kosten weitaus mehr, können aber immer nur pro Einzelfall kalkuliert werden. Bei einem nötigen Knochenaufbau ist auch dieser Teil des Heilprozesses ein Kostenfaktor. Zur Kostenerstattung erstellt der behandelnde Zahnarzt rechtzeitig vorab einen Heil- und Kostenplan. Auf dessen Grundlage kann die Erstattung befundabhängig bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden.

Kostenerstattung für Zahnersatz in Härtefällen

Regelungen für Härtefälle kommen dann in Betracht, wenn der Zahnersatz unumgänglich ist, der Patient jedoch finanziell nicht dazu in der Lage ist, den entstehenden Kostenanteil aufzubringen. Dies kann der Fall sein, falls

– ein Patient während eines Studiums BAföG bekommt
– ein Patient nur ein geringes Einkommen bezieht
– ein Patient zwar ein angemessenes Einkommen bezieht, jedoch besonderen finanziellen Belastungen ausgesetzt ist

Die Meinung darüber, welcher Patient als Härtefall einzustufen ist, unterscheidet sich zwischen den Krankenkassen stark. Auch ändern sich die Voraussetzungstabellen jährlich. Deshalb muss in jedem Fall vor Beginn einer entsprechenden Behandlung gründlich recherchiert werden, welche Kosten und welche Erstattungsmöglichkeiten zu erwarten sind. Günstig auf die Erstattungsfähigkeit wirkt es sich bei jeder gewählten Form des Zahnersatzes aus, wenn der Patient ein Bonusheft über viele Jahre führt. Diese Sorgfalt honorieren alle Krankenkassen mit einer Erhöhung der Erstattung.

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