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Zahnzusatzversicherungen

Der Zahnarztbesuch kann nicht nur unangenehm, sondern auch teuer sehr teuer sein. Und wer keine private Zahnzusatzversicherung hat, der wird in vielen Fällen das Gefühl nicht los, dass er nur ein Patient der „zweiten“ Klasse ist. Auch wenn es (offiziell) keine „Zwei-Klassen-Medizin“ gibt, genießt man mit einer Zahnzusatzversicherung doch einige Vorteile. Natürlich liegt auch eine Marketingstrategie dahinter. Viele Versicherungsanbieter spielen mit der „Angst“ und versuchen die Menschen dahingehend zu überzeugen, dass sie eine derartige Versicherung auf alle Fälle benötigen. Wer unsicher ist, ob er tatsächlich eine Zusatzversicherung braucht, wird sich diese Frage wohl für sich selbst beantworten müssen. Fakt ist jedoch, dass die Rechnung, die nach der Behandlung ausgestellt wird, in vielen Fällen für negative Überraschungen sorgt. Denn die reine Pflichtversicherung übernimmt nur Bruchteile der Behandlungen bzw. deren Kosten. sodass viele zahnärztliche Leistungen aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Viele zahnärztliche Behandlungen sind Privatleistungen

Die Krankenkasse zahlt nicht jede zahnärztliche Leistung. Im Endeffekt muss daher der Patient viele Dienstleistungen, welche der Zahnarzt vollbringt, aus dem Privatvermögen bezahlen. Das sorgt in vielen Fällen für einen erheblichen finanziellen Mehraufwand. Wer sich für eine weiße Füllung entscheidet, kann mit Preisen zwischen 45 Euro und 90 Euro rechnen. Bei zwei oder drei weißen Füllungen kann das schon einen Preis um die 270 Euro ausmachen. Entscheidet sich der Patient für eine gesunde Alternative zu Amalgam-Füllungen oder spart er lieber bei seinen Zähnen? Die Krankenkasse kommt für weiße Füllungen nicht auf; der Zahnarztbesuch wird daher nicht nur zur nervenaufreibenden Behandlung, sondern gleichzeitig auch zu einer teuren Angelegenheit. Die horrenden Preise sind auch der Grund, warum viele Patienten mit dem Gedanken spielen, dass sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Im Endeffekt muss sehr wohl abgewogen werden, ob sich eine derartige Versicherung rentiert. Denn eine Zahnzusatzversicherung ist teuer. Jedoch kommt jene für etwaige Leistungen auf, welche die gesetzliche Krankenversicherung nicht bezahlt. Somit können Dienstleistungen „kostenlos“ in Anspruch genommen werden.

Der Vergleich lohnt sich

Natürlich entlastet die Zahnzusatzversicherung das Privatvermögen des Patienten, wenn dieser Leistungen in Anspruch nimmt, welche von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckt werden. Bevor man sich aber für einen Vertrag entscheidet, sollte im Vorfeld ein Vergleich der unterschiedlichen Angebote erfolgen. Denn jede Versicherung bietet – auch wenn die Zahnzusatzversicherung im Endeffekt dasselbe Ziel verfolgt – unterschiedliche Konditionen und Möglichkeiten an. Wie bei Finanzierungen oder anderen Versicherungsleistungen, müssen daher auch hier die Konditionen sowie Leistungen gegenübergestellt werden. Denn nur wenn der Kunde weiß, welche unterschiedlichen Möglichkeiten und Angebote zur Verfügung stehen, kann er ein – für sich – gutes Angebot finden und abschließen. Der Kunde muss des Weiteren auch bedenken, dass viele Zahnzusatzversicherungen keine wirtschaftliche Erleichterung mit sich bringen. Im Gegenteil. Es gibt sehr wohl Versicherungen, welche eine derart hohe monatliche Prämie haben, sodass sich jene – zu den Behandlungskosten – nicht rentieren. Der Versicherungsvergleich zeigt auch, dass – wenn man den Erfahrungsberichten der Kunden traut – dass nicht alle Versprechungen eingehalten werden. Viele Versicherungsgesellschaften garantieren eine kurze Wartezeit, nachdem der Versicherer seine Rechnungen eingereicht hat bzw. werben auch mit einer unkomplizierten Abwicklung. Jedoch stimmt das nicht immer. Denn viele Versicherungsgesellschaften legen sehr wohl bürokratische Hürden in den Weg. Bei der Versicherung gilt das gleiche Motto wie bei der zahnärztlichen Behandlung: Eine unkomplizierte Behandlung sowie eine kurze Wartezeit – beide Aspekte führen zu Zufriedenheit und zu Erfolg. Aus diesem Grund sollten auch diverse Erfahrungsberichte – beim Vergleich der unterschiedlichen Versicherungsanbieter – gelesen werden. Wer mit seinem Versicherungsanbieter zufrieden ist, kann mitunter auch dort nachfragen, ob er ein Angebot für eine dementsprechende Zahnzusatzversicherung bekommen kann. Oftmals gibt es, wenn bereits andere Verträge bestehen, günstigere Prämien oder Rabatte.

Der Ablauf

Im Endeffekt funktioniert das System der Versicherung ähnlich wie bei den Pflichtversicherungen. Der Patient erhält die Behandlung, bezahlt jene und legt die Rechnung (oder Überweisungsbestätigung) – in Verbindung mit einem kurzen Schreiben – bei. Wichtig ist, dass der Patient seine Kontodaten angibt. Auch wenn – theoretisch – die Versicherungsgesellschaft die Kontodaten hat (schlussendlich überweist sie pünktlich zu Monatsanfang die Prämien ab), sollte der Versicherer nicht darauf vertrauen und bei jeder Einreichung seine Bankverbindung vermerken. Danach sollte der Kunde nicht ungeduldig sein. Viele Versicherungen überweisen den Betrag nach ein paar Wochen, andere hingegen lassen sich drei bis vier Monate Zeit, wobei dies doch die Minderheit darstellt. Der Kunde erhält den gesamten Betrag (oder einen Kostenzuschuss) für seine Behandlung. Ein klassisches Beispiel ist die Mundhygiene. Jeder Zahnarzt rät zur Mundhygiene, dennoch ist die Pflichtversicherung nicht bereit, dass sie jene Leistung übernimmt. Der Preis – je nach Zahnarzt – liegt im Regelfall zwischen 50 Euro und 150 Euro. Somit kann eine vierköpfige Familie bereits mit Kosten von – maximal – 600 Euro rechnen. Wer sich jenen Betrag nicht leisten kann, wird eben keine Mundhygiene erhalten. Somit kommt der Gedanke der „Zwei-Klassen-Medizin“ auf. Ganz nach dem Motto: Wer sich schöne und gesunde Zähne leisten kann, der hat sie auch – wer nicht, der hat sie eben nicht. Die Pflichtversicherung bezahlt für derartige Behandlungen keinen Cent.

Zahnzusatzversicherungen

Zahnzusatzversicherungen @iStockphoto/thomas lehmann

Jeder Vertrag muss mit den eigenen Augen gelesen werden

Die Zahnzusatzversicherung übernimmt natürlich die Kosten. Der Kunde muss, wenn er ein passendes Angebot hat, natürlich auch das Kleingedruckte lesen. Aus diesem Grund sollte man jeden Vertrag (ganz egal, ob es die Zahnzusatzversicherung oder ein anderes Angebot ist) selbst lesen. Viele Versicherungsanbieter überfliegen den Vertrag mit ihren Kunden, welcher ein mehrseitiges Papier unterfertigt, welches er nur bedingt gelesen bzw. nur teilweise verstanden hat. Viele Kunden schämen sich auch, wenn sie diverse Absätze und Passagen nicht verstehen. Hier gilt, dass es keine dummen Fragen gibt – es gibt im Endeffekt nur sehr schlecht formulierte Verträge oder Anträge. Eine kleine Hilfestellung ist natürlich der Preis. Jeder Kunde muss für sich selbst die Entscheidung treffen, wie viel Geld er für eine Zahnzusatzversicherung ausgeben möchte. Jedoch sollte nicht die günstigste Versicherung gewählt werden. Auch wenn es einige Versicherungsgesellschaften gibt, welche durchaus sehr günstige Angebote präsentieren, bedeutet das noch lange nicht, dass jene auch die Leistungen bieten, welche etwa teurere Produkte anbieten. Hier sparen die Kunden nämlich nicht beim Preis, sondern bei der Leistung der Versicherung. Im Endeffekt erhält der Kunde einen leistungsreduzierten Vertrag, der zwar günstiger erscheint, aber dennoch teurer ist.

Für wen rentiert sich eine Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich erwischt es jeden Bürger einmal. Viele Menschen in Deutschland leiden bereits an Parodontitis, wobei etwa 20 Prozent von einer schweren Form betroffen sind (Parodontose). Jene Erkrankung kann zu einem frühzeitigen Zahnverlust führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass – wenn bereits diverse Probleme erkannt werden – eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen wird. Jedoch tritt diese nicht sofort in Kraft. Zu beachten ist, dass es keinen Versicherungsschutz für bereits laufende Behandlungen gibt. Das bedeutet, dass man sich für eine Zahnzusatzversicherung entschließt, weil die schon begonnene Behandlung eine hohe finanzielle Belastung darstellt, wird die Versicherung jedoch nicht dafür aufkommen. Der Versicherungsschutz tritt erst acht Monate nach Abschluss der Versicherung ein. Während dieser Zeit übernimmt die Versicherung keine Leistungen.
Doch ab wann ist eine Zahnzusatzversicherung tatsächlich sinnvoll? Auch wenn viele Menschen Probleme mit ihren Zähnen haben, bedeutet das noch lange nicht, dass jeder Betroffene eine Zahnzusatzversicherung benötigt. Sollten jedoch folgende Fragen überwiegend mit „Ja“ beantwortet werden, sollte der Patient dahingehend Überlegungen anstellen, ob nicht doch eine Zusatzversicherung eine gute Entscheidung wäre.

  • Der Patient war bereits häufig in zahnärztlicher Behandlung
  • Der Patient leidet bereits unter Parodontitis bzw. Parodontose
  • Der Patient hat bereits einige Wurzelbehandlungen durchführen lassen
  • Der Patient verfügt bereits über Brücken oder Kronen

Werden folgende Fragen – mehrheitlich – bejaht, ist eine Zahnzusatzversicherung (im Regelfall) nicht gewinnbringend:

  • Der Patient hat bereits sehr stark geschädigte Zähne, sodass die Versicherungsprämie sehr teuer werden würde
  • Der Patient hat bereits teure Behandlungen begonnen oder beendet
  • Der Patient verfügt über eine auszeichnete Zahngesundheit

Das Fazit

Auch wenn der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung sehr gewinnbringend sein kann, sollte jener dennoch sehr gut überlegt sein. Nur wenn eine große Behandlung ansteht bzw. der Patient immer wieder Probleme mit seinen Zähnen hat, rentiert sich eine dementsprechende Versicherung. Haben bereits Behandlungen begonnen oder wurden teure Behandlungen schon abgeschlossen, rentiert sich die Zahnzusatzversicherung – im Regelfall – nicht.

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