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Zwiebeln – Von Stuttgarter Riesen und roten Braunschweigern

Die Zwiebel ist schon eine seltsame Gemüsesorte: Von den Einen wird sie heiß und innig geliebt, während die Anderen über ihren Geruch klagen. Zum Einen treibt sie uns die Tränen in die Augen, zum Anderen hilft sie gegen viele kleine Beschwerden und hält uns gesund.

Es gibt die verschiedensten Sorten von Zwiebeln, in weiß und in rot, im Geschmack ähneln sie sich allerdings alle. Hier sind eher Abstufungen in der Intensität des Geschmacks relevant als echte Geschmacksnuancen. Letztere kann man allerdings durch die Zubereitung hervorlocken: Gekochte Zwiebeln schmecken anders als gebratene, rohe Zwiebeln anders als gedünstete.

Zwiebeln in der Küche

Keine Frage, Zwiebeln verleihen vielen Gerichten erst den richtigen Pfiff – fein gehackt gehören sie als Basis in jede Bratensoße, Bratkartoffeln werden erst so richtig lecker, wenn man sie zum Schluss mit in der Pfanne anschwenkt, feingewürfelt peppen sie auch so manchen Salat auf.

Andere Gerichte wären gar ohne die Zwiebel überhaupt nicht denkbar – man denke nur an einen leckeren Elsässer Flammkuchen oder an die Variante des Zwiebelkuchens, der vor allem im Herbst Hochsaison hat. Zudem hat die Zwiebel den Ruf, Fleisch schön zart werden zu lassen, wenn man dieses zuvor in Zwiebelsaft und Olivenöl einlegt – eine gute Nachricht für alle, die nicht auf Schuhsohlen-Steaks stehen.

Ein kleines Manko bleibt allerdings: Wer mit Zwiebeln kochen will, kommt um das Schälen und Schneiden nicht herum – ein Unterfangen, welches uns die Tränen in die Augen treibt, so dass sich manch einer gerne vor dieser Aufgabe drückt. Aber wieso ist das überhaupt so? Beim Schneiden und gerade beim fein Hacken werden die ätherischen Öle der Zwiebel freigesetzt, die ohne große Umwege den Weg in unsere Augen finden und dort für eine Reizung sorgen, die den Tränenfluss anregt. Hausmittelchen gibt es genug gegen das lästige Augen-Tränen – von der Taucherbrille, über einen Schluck Wasser im Mund bis hin zum Beißen auf einen Silberlöffel – allein wirksam wollen sie alle nicht so recht sein. Wir müssen uns wohl einfach damit abfinden und die eine oder andere Träne opfern, wenn wir in den Genuss des pikanten Gemüses kommen wollen.

Zwiebeln

Zwiebeln @iStockphoto/Denis Tabler

Zwiebeln in der Hausapotheke

In ihrer medizinischen Wirkung ist die Zwiebel – was unser Herz- und Kreislaufsystem anbelangt – vergleichbar mit dem Knoblauch: Auch sie soll unsere Blutwerte positiv beeinflussen, etwa indem sie die Blutfette und den -zucker senkt und gerinnungshemmend wirkt. Auf diese Weise hilft sie uns, unser Herzinfarktrisiko zu senken. Aber auch bei kleinen, akuten Beschwerden kann die Zwiebel aufgrund ihrer Inhaltsstoffe für Linderung sorgen: Bei schmerzenden Insektenstichen kann man eine halbe, frisch aufgeschnittene Zwiebel auf die gereizte Haut legen. Der austretende Zwiebelsaft beruhigt die Haut und lindert den Schmerz. Bei Erkältungskrankheiten empfiehlt sich ein Rezept aus Omas Hausapotheke: Der Zwiebelsirup. Dazu schneidet man eine Zwiebel klein und lässt sie mit reichlich Zucker bis zu 24 Stunden stehen – durch den Zucker wird Saft gezogen der wie Hustensaft eingenommen werden kann und den Hustenreiz beruhigt. Überwinden Sie sich und probieren Sie es doch einfach einmal selbst aus. Sie werden merken, Zwiebeln können viel mehr als nur lecker schmecken.