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Nagellack – eine kurze Geschichte des schönen Fingernagels

Wer denkt, dass das Modellieren und Lackieren von Fingernägel ein relativ junger modischer Trend ist, muss eines Besseren belehrt werden: Nageldesign gibt es im Grunde schon seit Jahrhunderten. Allen voran war Cleopatra auch in diesem Beauty-Bereich eine Vorreiterin: Sie badete nicht nur in Ziegenmilch, sie legte auch großen Wert auf gepflegte und schöne Nägel und verwendete aus diesem Grund künstliche Nägel aus Porzellan.

Auch die Chinesen waren nicht zu bremsen und machten sich an das Verschönern ihrer Nägel. Überraschung: Hier waren die Herren der Schöpfung diejenigen, die sich hierdurch modisch aufpeppen wollten. Ähnlich wie auch Adlige in Europa, die im Mittelalter längere und mitunter auch gefärbte Nägel trugen. Ein Trend, der sich zum Glück nicht bis in unsere Zeit fortgesetzt hat.

So richtig los ging es dann in den Goldenen Zwanzigern, allerdings musste frau hier zunächst noch auf spezielle, für den modischen Aspekt angefertigte, Lacke verzichten. Kurzerhand bediente frau sich einfach der Lacke, die auch in der Autoindustrie, die gerade so richtig ins Laufen kam, verwendet wurden. Massiv begann sich der Trend zum bunten Nagel auszuweiten, nachdem Hollywood zum Ort der Stars und Sternchen, die als Schönheitsideale und Trendikonen herhielten, heranwuchs. Spätestens in den 1950er Jahren hatte der Nagellack und auch das Nageldesign die USA erobert. Nun dauerte es auch nicht mehr lange, bis der Trend schließlich bei uns in Europa immer mehr bekannt wurde und immer mehr Nachahmerinnen fand.

Nagellack

Nagellack @iStockphoto/Valua Vitaly

Dabei ändern sich die aktuell bevorzugten Farben kontinuierlich: War man in den ersten Jahrzehnten geradezu festgelegt auf Rot in allen möglichen Nuancen und Schattierungen, brachten spätestens in den 1970er Jahren die Hippies mehr Farbe ins Spiel. Das noch heute beliebte French Manicure gehörte zu den 1980er Jahren genauso wie die Musik von David Bowie. Mittlerweile ist alles erlaubt, was der Trägerin gefällt. Momentan sind wieder kräftige Töne angesagt, etwa Lila und Beeren-Töne; Airbrush-Technik zaubert kleinste filigrane Muster auf die Nägel der heutigen Damen und auch der Besatz mit Strasssteinen ist äußerst beliebt.

Und wie sieht es mit Trägern aus? Die sind bis auf wenige Ausnahmen wohl ein Relikt der Geschichte – zum Glück werden viele Frauen sagen, die das Nageldesign als ihr ureigenes Metier verstehen und behalten wollen. Lackierte Fingernägel bei Männern findet man heutzutage vereinzelt in einigen Subkulturen, etwa in der Heavy-Metal-Szene oder in der Gothic-Szene. Die bevorzugte Farbe hier: Schwarz natürlich. Wenige Männer, die großen Wert auf ihr Äußeres legen, benutzen auch transparenten Lack, um ihre Nägel zum Glänzen zu bringen. Sie bleiben aber wohl deutlich in der Minderzahl – nicht zuletzt daher, da Nagellack immer auch mit Weiblichkeit assoziiert wird.

Wie dem auch sei: Es bleibt abzuwarten, wie sich der Trend der Nagelverschönerung weiterentwickelt. Eines steht jedoch fest: Spannend bleibt es, da der Fantasie und somit auch der Mode keine Schranken gesetzt sind.