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Maibowle – Sommerlicher Genuss

Früher waren Bowlen noch ein Muss auf jeder Party, doch dann setzte eine längere Phase ein, in der diese erfrischenden, sommerlichen Getränke immer mehr in Vergessenheit gerieten. Während das typische Bowlen-Equipment – eine große bauchige Schale, mehrere kleine Tassen und eine große Kelle – früher noch in jedem zweiten Geschirrschrank zu finden waren, ist es inzwischen entweder ganz nach hinten in den Schrank gewandert oder gar ganz aus der Küche verbannt worden.

Allerdings zeichnet sich langsam aber sicher wieder ein Trend zur Bowle ab – und das mit Recht, bieten Bowlen doch eine herrliche Vielfalt und eine wunderbare Erfrischung auch an heißeren Tagen. Am bekanntesten ist dabei die Maibowle – sofort erkennbar an ihrem unverwechselbaren Waldmeister-Geschmack. Waldmeister wird oftmals auch als Maikraut bezeichnet und gibt der köstlichen Bowle auf diese Weise ihren Namen. Das schmackhafte Kraut wächst ausschließlich im Frühling und im Frühsommer in der Zeit von April bis Juni.

Das Wichtige bei der Herstellung einer Maibowle ist, dass man nicht den frisch gepflückten Waldmeister verwendet, sondern ihm einige Tage oder zumindest Stunden Zeit gibt zu welken. Nur auf diese Weise kann das Kraut seinen vollen Geschmack entfalten. Die gewelkten Stängel werden dann, wenn man die alkoholische Variante bevorzugt, in Weißwein eingelegt. Möchte man auf den Alkohol verzichten und sollen auch Kinder in den Genuss des leckeren Getränks kommen, kann man ohne Weiteres auf weißen Traubensaft zurückgreifen. Gut machen sich auch Früchte – zum Beispiel Orangen – in einer Maibowle. Legen Sie diese am besten zusammen mit den Waldmeisterstängeln ein. Das ganze kann dann zum Ziehen etwas Kälte vertragen und sollte gut zwei bis drei Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Wenn dann ihre Gäste kommen, können Sie diese gut durchgezogene Mischung dann einfach mit Sekt oder Mineralwasser aufgießen. Dieses sorgt für das leckere Kribbeln, das nicht fehlen darf.

Maibowle

Maibowle @iStockphoto/Liv Friis-Larsen

Wussten Sie übrigens, dass Maibowle nicht nur ein köstliches Getränk ist, sondern auch – in Maßen genossen – eine positive Wirkung auf Ihre Gesundheit haben kann? Das Geheimnis liegt dabei natürlich in dem tollen Kraut Waldmeister begründet. Die unterschiedlichen Inhaltsstoffe sorgen zum Beispiel dafür, dass Infektionen vorgebeugt werden können. Diese Wirkung war schon in vergangenen Zeiten – etwa in den Klöstern der Benediktiner – wohlbekannt und geschätzt.

Zudem hat Waldmeister eine belebende Wirkung, was natürlich wunderbar in die Jahreszeit passt, in der traditionell die Maibowle genossen wird. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schlaffheit haben auf diese Weise keinerlei Chance. Auch als Aphrodisiakum genießt Waldmeister einen Ruf, der sich einige Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Dennoch: Ein Zuviel des Krautes kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Werden extrem hohe Mengen Waldmeister dem Körper zugeführt, reagiert dieser mit Halluzinationen und man gerät in einen wahren Rauschzustand. Zusammen mit Alkohol wird dieser Effekt noch verstärkt.

Dementsprechend gilt: Wahren Sie das richtige Maß und übertreiben Sie weder den Genuss von Waldmeister noch von Alkohol – geschweige denn beides zusammen. Gegen ein, zwei Gläschen Maibowle spricht natürlich nichts. Überraschen Sie doch einfach mal Ihre Freunde mit diesem leicht zuzubereitenden und schmackhaften Getränk – auch eine antialkoholische Maibowle kann dabei einen regen Zuspruch finden. Viel Spaß bei Ihrer frühsommerlichen Party!

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