Skip to main content

Bananen, die Früchte der Weisen

Aus einem großen Obstkorb ist sie kaum wegzudenken, ihr Fleisch ist süß und nahrhaft und bringt seine eigene Verpackung für unterwegs gleich mit. Bei Ausdauersportlern steht sie regelmäßig auf dem Speiseplan und in der ehemaligen DDR galt sie als exotischste Frucht überhaupt: Die Banane. Rund 400 verschiedene Arten der Banane sind weltweit inzwischen bekannt. Die uns bekannte Art der „musa sapientum“, der Obstbanane, leitet sich von „Frucht der weisen Männer“ ab, ein Name, den die Soldaten Alexander des Großen der Frucht gegeben haben sollen, als sie sahen, wie weise Männer die Frucht regelmäßig verspeisten. Die Bananenstaude wird bis zu 5 Meter hoch und wird dennoch botanisch korrekt zu den Kräutern gezählt, da sie aus den vielzähligen, geschachtelten Blättern nur einen „Scheinstamm“ bildet, der nicht mit Baumstämmen vergleichbar ist.

Die meisten Bananenarten wachsen in tropischen Gefilden, wo sie auch ihren Namen bekamen: Banan stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet so viel wie „ Finger “, entsprechend der Form der Fruchtstände, an denen die Früchte wie Finger an den Händen sitzen und bis heute auch so bezeichnet werden.

Fruchtige Vielfalt Banane

Neben der im Handel üblicherweise erhältlichen Art erobern aber auch andere Sorten die Gaumen: Die Apfelbanane ist eine kleinere Variante mit dünner Schale und leichtem Apfelaroma. Hinter „Lady’s Finger“ verbirgt sich die Babybanane, die sehr klein und kräftig aromatisch schmeckt. Kochbananen hingegen schmecken erst nach der Zubereitung. Gekocht wie unsere Kartoffeln schmecken sie leicht mehlig und werden in ihren Heimatländern ähnlich verwendet wie unsere Erdknollen: Gekocht, püriert, gebacken sowie zu Chips verarbeitet.
Einen großen Teil des Weltmarktes mit Obstbananen deckt allerdings die Sorte Cavendish, welche vor einigen Jahrzehnten die Sorte Gros Michel ablöste. Zwar war die alte Sorte größer und geschmacksintensiver als die Cavendish, galt aber gleichzeitig auch als sehr anfällig für Krankheiten wie beispielsweise die Panama-Krankheit. Diese Krankheit wird durch einen Bodenpilz ausgelöst, welcher die Pflanzen vorzeitig welken lässt. Dies führte häufig zu großen Ernteeinbußen, welche den Bananenbauern der zumeist eh schon ärmeren Länder noch mehr unter Druck setzten, als es die Fruchtkonzerne sowieso schon taten.

Nährstoffbombe auf dem Speiseplan

In jeder Obstabteilung sind auch Bananen zu finden. Kein Wunder, steht sie doch im Sinne einer gesunden Ernährung ganz oben auf dem Speiseplan. In dieser gelben Frucht sammelt sich ein Vitamin- und Mineralstoffcocktail aus Magnesium, Eiweiß, Selen, Calcium, Phosphor und vielen anderen. Schon eine Banane deckt den täglichen Tagesbedarf an Magnesium zu einem sechstel. Kohlenhydrate aus der Banane liefern darüber hinaus Energie, ohne dem Körper Fett zuzuführen.

Bananen

Bananen ©iStockphoto/Alexei Tacu

Vitamin B6 für die Nerven, Magnesium gegen Krämpfe, Kalium gegen Müdigkeit und Schwäche sind nur einige weitere Beispiele, wie wertvoll die krumme gelbe Frucht für den Menschen sein kann. Nicht zu vergessen sind auch die enthaltenen Ballaststoffe, welche die Verdauung ankurbeln sowie bei Durchfall und Verstopfung ausgleichend wirken können.
Kein Wunder also, dass bei uns pro Kopf ein durchschnittlicher Bananenverzehr von rund 14 kg im Jahr verzeichnet wird.

Von gelb bis grün und braun gefleckt

Bananen sind in verschiedenen Reifestadien erhältlich und zu verspeisen. Zumeist noch grün geerntet sind sie noch nicht so aromatisch und sehr fest. Erst auf dem Weg in die weltweiten Geschäfte reifen die Bananen langsam nach, was jedoch durch kühle und dunkle Lagerung verlangsamt werden kann. Beschleunigen kann man die Reifung in geschlossenen Behältnissen, beispielsweise einer Papiertüte, da so das von den Bananen selbst produzierte Reifehormon Ethen länger auf die Frucht einwirkt.

Den gleichen Effekt haben übrigens nicht nur Bananen, sondern auch Äpfel und Tomaten, die beide ebenfalls Ethen absondern und somit die Reife umliegender Früchte beschleunigen. Ab der Reife kann die Banane jedoch Druckstellen oder überreife Stellen und dunkle Flecken entwickeln. Dies ist kein Zeichen für Verderb, sondern lediglich ein Hinweis auf möglichst schnellen Verzehr.

Top Artikel in Ernährung