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Wie fängt und vertreibt man Mäuse?

Mäuse im Haus sind nicht nur lästig, sondern eine echte Gefahr Die kleinen Nager vergreifen sich an den Lebensmittelvorräten, lassen ihren Kot überall fallen und übertragen Infektionskrankheiten. Kabel und Elektroinstallationen werden angenagt, was massive Schäden verursacht und kostenintensiv werden kann. Wer Mäuse loswerden will, muss aber nicht gleich den Kammerjäger rufen. Es gibt genügend Hausmittel, mit denen man die Mäuse vertreiben kann, die sie fernhalten und dafür sorgen, dass sich die Nagetiere ihre Wintervorräte woanders suchen.

Zuwanderwege finden und blockieren

Mäuse beißen sich nicht einfach durch die Wände, sondern kommen über Kabelkanäle, Versorgungskanäle und offene Kellergänge hinein. Gebäudeschäden, offene Türen, ungesicherte Lichtschächte und dergleichen begünstigen die Zuwanderung ebenfalls. Außerdem mögen es Mäuse, wenn Müll herumliegt und Lebensmittel offen gelagert werden. Da sich Mäuse durch alles mögliche durchbeißen, insbesondere auch durch Plastik, reicht es nicht aus, Lebensmittel in Papiertüren oder Frischhaltefolie einzuschlagen. Glas- und Metallboxen sind wirklich sicher, denn da kommen Mäusezähne nicht durch. Wer also dafür sorgt, dass die Mäuse keinen Zutritt zum Haus bekommen und auch nicht durch herumliegendes „Futter“ angelockt werden, wird selten oder nie Mäuse im Haus haben. Sind die Mäuse erst einmal im Haus, muss als erstes herausgefunden werden, wie sie hineingekommen sind und was sie angelockt hat. Mögliche Futterquellen sollten umgehend entfernt werden, und die bestehenden Öffnungen am Gebäude müssen verschlossen werden.

Auch kleinste Ritzen schließen

Mäuse sind klein. Und sie sind erstaunlich akrobatisch veranlagt und biegsam. Sie finden auch bei kleinen Mauerritzen, durch Fensterspalten und Türritzen den Weg in ein Haus, wenn sie das wollen. Daher sollten ebenerdige Fenster und Türen grundsätzlich durch einen Maschendraht oder ein Schädlingsgitter gesichert werden, die idealerweise eine Maschenweite von weniger als 5 mm haben. Vor allem Kellerfenster, die halb aus der Erde ragen oder sich am unteren Ende von Lichtschächten befinden, müssen gesichert werden. Mäuse kommen immer dann durch, wenn sie 7mm oder mehr Platz haben. Das ist wirklich wenig. Es lohnt also, das Haus regelmäßig auch in energietechnischer Hinsicht auf dichtschließende Fester und Türen zu überprüfen und gegebenenfalls zeitnah Reparaturen zu veranlassen.

Maus

Maus ©iStockphoto/reativeNature_nl

Aufzüge, Leitungen und Rohre

Oft genug gibt es zwischen den unterschiedlichen Etagen eines Hauses Durchbrüche für Leitungen und Rohre oder den Aufzugschacht. Mäuse können kahle Wände herausklettern, hangeln sich an Leitungen hoch und laufen an Rohren entlang. Diese Stellen sollten also unbedingt regelmäßig überprüft und gegebenenfalls mäusesicher gestaltet werden. Rohrleitungen lassen sich über spezielle Manschetten sichern. Je nachdem, wie die Leitungen verlegt sind, lassen sich auch hier bauliche Maßnahmen ergreifen. Der Aufzugschacht ist dagegen eine Herausforderung: Der kann nicht geschlossen werden. Hier tun Mausefallen und Abwehrsprays ihre Wirkung.

Keinen Müll in Hausnähe lagern

Mäuse riechen sehr gut. Müllsäcke, ungesicherte Mülltonnen und Komposthaufen in der Nähe von Häusern locken sie an. Sollten sich die Mülltonnen in unmittelbarer Nähe zum Haus befinden, können diese mit feinem Maschendraht gesichert werden. Das gilt auch für Komposthaufen, die besser in einer ordentlichen Entfernung und dicht verschlossen angelegt werden. Essensreste in der Biotonne und auf dem Komposthaufen locken Mäuse an und sind daher keine gute Idee. Das gilt auch für tierische Abfälle.

Natürliche Mittel gegen Mäuse

Das immer noch wirksamste Hausmittel gegen Mäuse sind Katzen. Wer Hauskatzen hält und sie eher knapp füttert, sorgt so dafür, dass sie sich um die Mäuse kümmern und damit ihren täglichen Speiseplan ergänzten. Gut gefütterte Katzen sind in der Regel zu faul zum Jagen oder tun dies nur als Langeweile: Sie sind längst nicht so motiviert und erfolgreich wie Katzen, die sich zumindest teilweise selbst mit Nahrung versorgen müssen. Da Katzen bei Mäusen als Jäger bekannt sind, reicht es manchmal aus, den Geruch von Katze zu verbreiten. Benutzte Katzenstreu in einem luftdurchlässigen Säckchen ist eine gute Methode, die Mäuse an die Anwesenheit einer Katze glauben zu lassen. Wer ohnehin Katzen hält, kann diese Duftmarken da hinterlassen, wo die Katze selbst eher nicht hinkommt. Also beispielsweise im Aufzugsschacht, im Lichtschacht der Kellerfenster und da, wo Rohre und Leitungen verlaufen. Die identifizierten Zugänge der Mäuse können mit so einem Duftpaket verstopft werden.

Andere Mittel, die über Geruch arbeiten, sind Cayennepfeffer und Terpentin. Beides stößt Mäuse ab. Der Pfeffer, neben ihren Laufwegen gestreut, hält sie davon ab, die üblichen Routen zu benutzen. In Terpentin getränkte Lappen können genutzt werden, um die üblichen Durch- und Zugänge zu den Mäuseverstecken zu verstopfen. Aber Vorsicht: Terpentin ist brennbar, und das gilt auch für die extrem stechend riechenden Dämpfe, die von diesen Lappen ausgehen.

Davon abgesehen gibt es einige Pflanzen, die Mäuse überhaupt nicht mögen. Dazu gehören Kräuter wie beispielsweise Kamille und Minze sowie Pfefferminze. Wer diese Kräuter neben den Hauseingängen pflanzt, kann damit schon eine wirksame Barriere gegen Mäuse errichten und hat zudem noch immer frische Kräuter in der Küche zur Verfügung. Öle dieser Pflanzen können ebenfalls als Duftbarrieren genutzt werden. Mäuse mögen auch Orleanderblätter und Gewürznelken nicht. Diese Pflanzenteile riechen recht stark, was auch von manchen Menschen als unangenehm empfunden wird. Allerdings sollte man bei einer Abwehr mit Kräutern und Pflanzenteilen immer bedenken, dass sich Abneigungen gegen verschiedene Gerüche nicht nur speziesabhängig, sondern auch individuell entwickeln: Es mag durchaus einzelne Mäuse geben, die sich von einem Pfefferminzbusch neben der Haustür nicht abschrecken lassen.

Lebendfallen sind tierfreundlich

Viele Menschen schrecken vor Mäusefallen zurück, weil sie die Tiere töten. Die üblichen Fallen mit Metallbügel, sogenannte Schlagfallen, sind zwar so konstruiert, dass die Mäuse einen schnellen und schmerzlosen Tod sterben. Manchmal kommt es aber vor, dass die Fallen nur schwer verletzen und die Mäuse darin nicht sofort tot sind. Wenn die Maus etwa aus einem ungünstigen Winkel in die falle läuft oder die Konstruktion zu schwergängig oder fehlerhaft ist, kann der Metallbügel nicht, wie beabsichtigt, Genick oder Rückgrat der Maus brechen. Das Tier wird trotzdem getroffen. Das ist grausam. Insofern ist es verständlich, wenn man auf die Mausefalle verzichten will. Es gibt aber auch Lebendfallen, die die Tiere nicht töten. Mithilfe von eine wenig Futter, beispielsweise Erdnussbutter oder ein Stück Schinken, oder etwas Rosenholzöl als Duftlockstoff werden die Tiere in den kleinen Käfig gelockt, der sich hinter ihnen fest verschließt. Wenn die Falle täglich kontrolliert wird, kann die Maus in freier Wildbahn und sicherer Entfernung vom Haus freigelassen werden. Empfehlenswert ist ein Abstand von wenigstens mehreren Hundert Metern zum nächsten Haus. Übrigens muss es nicht immer de sprichwörtliche Speck sein, mit dem man die Mäuse fängt: Rosinen, Nüsse oder Brot locken die Tiere auch an.

Vorsicht beim Freilassen

Mäuse, die in der Falle sitzen, sind verängstigt. Sie sind meist so verängstigt, dass sie auch zubeißen. Es ist also ratsam, beim Freilassen des Tieres entsprechend vorsichtig zu sein. Sollte eine gefangene Maus tatsächlich zum Angriff übergehen und zubeißen, muss man sofort einen Arzt aufsuchen. Unter Umständen muss die Tetanus-Schutzimpfung aufgefrischt werden. Da sich in der Mundhöhle von Mäusen auch Bakterien und andere Erreger tummeln, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Ärzte wissen normalerweise Rat.

Was ist mit Mäusegift?

Mäusegift führt bei den Tieren nicht zum sofortigen Tod, sondern schädigt die Organe und lässt die Mäuse innerlich verbluten. Es beschert ihnen also einen langsamen und sehr schmerzhaften Tod, der alles andere als tierfreundlich ist. Diese Wirkweise hat einen Grund: Das Gift wird normalerweise in Fressködern ausgebracht. Würde die Maus sofort daran verenden und der tote Körper neben dem Köder liegenbleiben, wären die anderen Mäuse der Familiengruppe gewarnt und würden die Köder meiden. Da das Gift aber stark zeitverzögert wirkt, haben die Mäuse keinen Vorbehalt gegen die Köder und können so mehr oder weniger vollständig vernichtet werden. Dabei ist das Mäusegift nicht nur für Mäuse giftig. Die Chemikalien im Mäusegift wirken auch im Körper von Menschen und Haustieren, so dass es bei allen Bewohnern zu inneren Blutungen kommen kann, die im Zweifelsfall bis zum Tod führen. Sollten insbesondere Kinder mit einem Giftköder für Mäuse in Kontakt kommen, muss sofort der Giftnotruf eingeschaltet werden.

Die kalte Jahreszeit

Oft wandern Mäuse im Herbst ins Haus. Wenn es draußen kälter wird und as Nahrungsangebot sinkt, ist ein warmes Haus mit einer gut gefüllten Speisekammer sehr attraktiv für die Tiere. Aber auch ein mäßig warmer Keller, der ein paar Spinnen, Käfer und Asseln bietet, reicht ihnen zur Not aus. Mäuse, die wirklich nur vor dem Winter fliehen und ein karges Nahrungsangebot im Haus finden, vermehren sich nicht übermäßig und verschwinden im Frühjahr wieder nach draußen. Sie entwickeln sich eher nicht zur Plage. Finden die Mäuse dagegen über Winter viel Nahrung, vermehren sie sich stark und finden den Auszug in die Natur im milden Frühjahr gar nicht mehr so interessant. Eine einzelne Maus im Keller oder unter dem Dach ist also bei weitem noch keine Mäuseplage und kann auch wieder von alleine verschwinden.

Allerdings sollte das jetzt nicht zu Leichtsinn verleiten. Denn Mäuse sind in der Regel lange unbemerkt. Die scheuen Tiere zeigen sich nicht, man findet höchstens ein paar Kotspuren und eventuell angenagte Lebensmittel. Das deutet dann allerdings schon drauf hin, dass mehr als eine Maus zugegen ist. Wo die Mäuse hausen, lässt sich über das Verfolgen von Schmierspuren feststellen: Mäuse nutzen immer wieder die gleichen Wege. Dort setzen sich neben Fußspuren auch Hautfette ab, so dass sich mit der Zeit eine richtig schmierige, dunkle Spur erkennen lässt. Mäuse können vier- bis sechsmal im Jahr Junge werfen, und das sind jedesmal vier bis acht Tiere. So wird aus einem einzelnen Mäusepaar im Haus innerhalb eines Jahres eine Horde von 2.000 Mäusen …

Ein Grund für Mietminderung

Mäusebefall im Haus ist in Deutschland ein Grund für eine Mietminderung. Wie hoch diese Minderung ausfällt, hängt von der Stärke des Schädlingsbefalls ab. Eine einzige Maus, die im Kellereingang sitzt, ist noch keine Katastrophe. Sind aber ganze Horden von den kleinen Nagern unterwegs und haben nachweislich schon Lebensmittel angefressen, kann die Mietminderen bis zu 100% betragen. Um die Minderung durchzusetzen, muss der Mieter allerdings umgehend den Vermieter über den Mäusebefall informieren. Und selbstverständlich ist der Vermieter dazu verpflichtet, die Platte zu beseitigen – die Verantwortung kann nicht auf die Mieter abgeschoben werden.

Ratten sind übrigens größer als Mäuse und sehr viel aggressiver. Sie werden mit anderen Mitteln bekämpft, treten oft einzeln auf und müssen ebenfalls sofort gemeldet werden.