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Hausmittel gegen geschwollene Beine

Zahlreiche Hausmittel, die gegen gelegentliche Schwellungen in den Beinen helfen, können zur Linderung eingesetzt werden. In dieser Richtung sind auch einfache Anwendungen, die jeder ohne große Vorbereitung im häuslichen Bereich ausführen kann, effektiv. Trotzdem sollten die Betroffenen auch wissen, dass häufiger auftretende oder lange anhaltende Schwellungen der Beine auch bei akuten Erkrankungen auftreten können. Etliche davon bedürfen ärztlicher Behandlung. Schwellungen und Ödeme können beispielsweise als Nebenwirkungen bestimmter Medikamente auftreten. Prüfen Sie bitte gegebenenfalls den Beipackzettel Ihrer Medikamente. Geschwollene Beine können auch als Folge stundenlanges Stehens bei sommerlichen Hitzeperioden eintreten. Sie können aber auch auf chronischen Bewegungsmangel oder eine tiefe Beinvenenthrombose hindeuten. Achten Sie deshalb auf Begleitsymptome wie Rötungen, Überhitzung, Verfärbungen oder Verhärtungen. Gehen Sie im Zweifelsfall lieber zum Hausarzt. Zunehmendes Wasser in den Beinen kann unter anderem auf eine Herzschwäche, eine Lebererkrankung oder eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten.

Gegen Schwellungen am Bein helfen bewährte Hausmittel

Ödeme und Schmerzen gehören oft zusammen. Besonders im Sommer können die Beine anschwellen – zum Beispiel, weil man als Verkäuferin den ganzen Tag hinter der Kaufhauskasse gestanden hat. Eine ähnliche Situation erleben Menschen, die in sitzenden Berufen tätig sind. Vorbeugende oder nach Feierabend eingesetzte Hausmittel können dieser Beschwerdelage gerecht werden. Sie können die Beschwerden lindern, sodass die Schwellungen zurückgehen. Außerdem kann es hilfreich seinm, einmal je Arbeitsstunde aufzustehen und ein paar Minuten hin und her zu gehen.

Das einfachste Mittel bei geschwollenen Beinen ist das Hochlegen der Beine. Diese Maßnahme kann allerdings meist erst nach Feierabend genutzt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Beine in einer Höhe zu liegen kommen, die den Rückfluss des Blutes zum Herzen erleichtert. Stellen Sie Ihren Relaxsessel – sofern Sie einen besitzen – auf die Liegeposition. Alternativ legen Sie Ihre Beine auf ein Kissen, nachdem Sie sich in Liegeposition auf dem Sofa oder Bett ausgestreckt haben. In dieser Lage sollten die Beine idealerweise etwas höher zu liegen kommen als das Herz. Beengende Kleidung sollte zuvor ablegt werden. So können Sie sich entspannen und auch die geschwollenen Beine profitieren davon. Die Blutzirkulation wird verbessert. Die Wasseransammlungen können sich durch das Hochlegen der Beine nach und nach wieder abbauen. Damit verschwinden auch die Spannungsschmerzen, die die Ödeme ausgelöst haben.

Geschwollene Beine

Geschwollene Beine ©iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz

Ein weiteres Hausmittel bietet ein Holunder-Lindenblütentee, mit dem Fußwickel gemacht werden können. Wickel sind effektiv, aber trotzdem etwas aus der Mode gekommen. Für die Fußwickel können Sie in einen Kochtopf mit einem Liter Wasser 50 Gramm Holunder- und 50 Gramm Lindenblüten aufkochen. Lassen Sie diese Mischung etwa 15 Minuten köcheln. Sobald der Entlastungstee abgeseiht und erkaltet ist, netzen Sie damit einige Tücher. Legen Sie diese auf die geschwollenen Beine. Nach einer Weile spüren Sie Erleichterung. Eine ebenso gute Wirkung gegen Ödeme und Schwellungen im Beinbereich bietet Bewegung. Falls Sie wissen, dass Sie einem langen Büroalltag immer anschwellende Beine verdanken, sorgen Sie zwischendurch und nach der Arbeit für ausreichende Bewegungseinheiten. Vom Bürostuhl in einen Restaurantstuhl zu wechseln, ist keine förderliche Idee.

Chronische Bewegungsarmut kann ebenfalls zu Ödembildung und Schmerzen führen, weil im Sitzen und Stehen die Venenpumpe nicht ausreichend arbeiten kann. Seien Sie keine „Couch Potato“, wenn Sie schon einen Bürojob mit weitgehend sitzender Tätigkeit ausüben. Dass dabei die Beine bis zum Abend anschwellen, ist kein Wunder. Sorgen Sie für mehr Bewegung als Ausgleich. Meiden Sie außerdem Söckchen, die einen zu engen Schnürrand haben. Beginnen Sie vielleicht mit Sportarten wie Nordic Walking. Gehen Sie nach Feierabend schwimmen und duschen Sie die Beine nach der Arbeit kalt ab. Der Duschstrahl wird dabei mehrfach in Richtung auf das Herz geführt. Eine halbe Stunde spazieren zu gehen, hilft oft schon gegen dicke Beine. Geeignete Bewegungseinheiten sind Schwimmen, Walking, Tai Chi, Power Yoga, Stepp Aerobic oder Tanzen.

Wenn es zu Wasseransammlungen kommt

Bei Ödemen, die durch Gewebewasser in den Beinen entstehen, ist das Hochlegen der Beine eine geeignete Gegenmaßnahme. Nicht sehr bekannt ist eine spezielle Atemübung, die einen ausreichenden Unterdruck erzeugen kann. Mit tiefer Bauchatmung, bei der der Wechsel zwischen dem Ein- und Ausatmen bewusst vollzogen wird, kann den Blutabfluss aus den Beinen begünstigen. Informieren Sie sich einmal über die sogenannten „Pendelatmung“. Bei der Pendelatmung wird zuerst tief in Richtung auf das Brustbein eingeatmet. Dabei wird der Bauch eingezogen. Atmet man danach entspannt aus, wird der Bauch losgelassen. Danach atmet man tief in den Bauch ein und lässt ihn wieder los. Brustbein- und Bauch-Atmung wechseln sich ab wie ein Pendel. Diese leicht zu erlernende Atemtechnik hat einen erstaunlichen Effekt auf geschwollene Beine. Ganz ähnliche Übungen können Sie übrigens unter anderem in einem Feldenkrais-Kurs erlernen.

Hilfreich kann es auch sein, mit den Füßen im Sitzen oder im Stand Bewegungsübungen auszuführen. Das Kreisen der Füße, das Vor- und Rückwärtsschwingen der Beine aus der Hüfte heraus, das Strecken und Krümmen der Füße oder der Stand auf Zehenspitzen und der Wechsel zum Fersenstand sind bei geschwollenen Beinen geeignete Maßnahmen. Selbstverständlich können auch mehrere der bisher genannten Maßnahmen kombiniert werden. Wichtig ist es, dass die getätigte Bewegung die Venenpumpe aktiviert. Ein Spaziergang in flottem Schritt leistet das auf jeden Fall.

Schon Sebastian Kneipp wusste, wie man gegen unerwünschte Wasseransammlungen in den Beinen vorgeht. Er empfahl kalte Ganzwaschungen und Kalt-Warm-Wechselgüsse auf die Beine. Diese können leicht mit befeuchteten Schwämmen oder Handtüchern vorgenommen werden. Der Körper wuird dabei mit gleichmäßigem Druck flott abgerieben und anschlie0ßend gut abgetrocknet. Abendliche Kneipp-Anwendung können geschwollene Beine abschwellen lassen. Kalte Teilgüssen beginnen immer an der am weitesten vom Herzen entfernten Stelle – in diesem Fall also an der Fußsohle. Beim Schenkelguss wird der weich eingestellte Wasserstrahl von der Ferse in Richtung auf das Gesäß und zurück geführt.

Alte Hausmittel sind immer noch up to date

Eine Maßnahme, die schon unsere Großmütter gegen geschwollene Beine einsetzten, war das Bittersalz-Bad. Bittere Salze wie das Epsom-Salz helfen dem Organismus, Toxine und Gewebeflüssigkeit aus den Beinen auszuschwemmen. Füllen Sie zwei Tassen Epsom- oder ein anderes Bittersalz in warmes Wasser. Baden Sie die geschwollenen Beine darin 10 bis 15 Minuten, am besten drei Mal jede Woche. Achten Sie darauf, dass das Wasser nur handwarm ist. Hitzezufuhr bewirkt das Gegenteil.

Altbekannt ist auch die heilsame Wirkung von Rosskastanien-Präparaten auf geschwollene Beine. Ein Gel mit dem kastanieneigenen Wirkstoff Aescin hilft dem Organismus, die Ödeme aufzubauen. Im Sommer kann das Rosskastanien-Gel im Kühlschrank gekühlt werden. Es bringt dann über seine Kühle zusätzliche Linderung. Auch Tee-Zubereitungen mit Wacholder und Steinklee können die Lymph-Tätigkeit positiv beeinflussen. Sie regen den venösen Rückfluss an. Wacholderbeeren in einem Entwässerungstee aus Zutaten wie Brennnessel, Birkenblättern oder Goldrute sorgen allerdings nur für eine kurzfristige Entwässerung der geschwollenen Beine. Längere Zeit sollten Entwässerungs-Präparate und entsprechende Tees nur auf ärztlichen Rat hin eingenommen werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, in der Hausapotheke nach einem passenden Schüßlersalz zu suchen, das bei der Regulierung des Wasserhaushalts hilft. Hier bietet sich die Einnahme von Natrium chloratum No. 8 besonders bei geschwollenen Beinen an. Am wirksamsten ist dieses Schüßlersalz, wenn es abwechselnd mit Natrium sulfuricum No.10 benutzt wird. Diese Natriumverbindungen können den aus dem Gleis geratenen Wasserhaushalt regulieren und gleichzeitig den Körper auf schonende Weise bei der Entwässerung unterstützen.

Last not least ist eines der wichtigsten Hilfsmittel gegen geschwollene Beine, täglich viel Mineralwasser zu trinken und möglichst salzarm zu essen. Viel Flüssigkeit aufzunehmen, verhindert bei einer relativ salzarmen Kost, dass sich Ödeme in den Beinen bilden. Stattdessen werden alle Schlacken zügig ausgespült. Auch wenn es etwas widersprüchlich klingt, ist eine Wassereinlagerung im Körper bei sehr salzreicher Kost wahrscheinlicher. Man sagt, ein Teelöffel Salz binde einen Liter Flüssigkeit im Körper. Trinkt man dann zu wenig, speichert der Körper noch mehr Flüssigkeit, statt das überschüssige Salz schnell wieder auszuspülen.

Vor allem versteckte Salzquellen in stark verarbeiteten Lebensmitteln sind zu meiden. Mindestens zwei Liter Mineralwasser sollten täglich auf Ihrem Tagesplan stehen. Genussmittel wie Kaffee und Schwarztee, gezuckerte Cola und koffeinhaltige Lifestyle-Getränke zählen nicht. Kräutertee hingegen wohl.