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Macht und Diplomatie in der Beziehung

Keine Frage, was in der Welt der Politik von Nöten ist, kann auch in einer Paarbeziehung entscheidend sein – zumindest wenn es sich um das diplomatische Geschick handelt. Genauso wie die Machthabenden zweier Staaten unterschiedlicher Meinung sein können und unterschiedliche Ziele verfolgen, kann es auch in Zweierbeziehungen zu der einen oder anderen Meinungsverschiedenheit kommen. Oftmals wollen dann beide Partner ihren Willen durchsetzen und geraten so in ein Machtspiel, das auf Dauer belastend für die ganze Beziehung werden kann.

Ein Paar zu sein bedeutet immer auch, auf die Gefühle, Einstellungen und Ansichten des Partners einzugehen. Tut man dieses nicht, ist der Beziehungskrieg bereits vorprogrammiert. Dabei gibt es im Alltag aller Paare die unterschiedlichsten – zumeist unwichtigen – Situationen, die aufgrund beidseitiger Sturheit eskalieren können.

So stehen in jeder Beziehung tagtäglich Entscheidungen an – im Kleinen sind das dann solche wie: „Was sollen wir heute kochen?“, „Was schauen wir uns im Fernsehen an?“ oder „Wer holt die Kinder vom Sporttraining ab?“. Laufen die Entscheidungsprozesse dabei immer einseitig ab, so dass einer sagt, was zu tun ist, und der andere dieses zähneknirschend hinnimmt, ist der Schritt zum Ehekrach nur mehr ein kleiner. Man sollte sich daher besser schnell daran gewöhnen, dass Entscheidungen gemeinsam bzw. abwechselnd getroffen werden sollten. Es dürfen nicht nur immer die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund stehen, zumeist weiß man ganz genau, welche Bedürfnisse der andere Partner hat, also sollte man diese bei seinen Entscheidungen auch miteinbeziehen.

Diplomatie in der Partnerschaft

Diplomatie in der Partnerschaft @iStockphoto/Barry Murphy

Das bedeutet nicht, immer klein beigeben zu müssen. Vielmehr lassen sich gerade bei den kleinen alltäglichen Entscheidungen Kompromisse finden, mit denen beide gut leben können. Zudem kann es auch spannend sein, sich einmal den Vorschlägen des Partners hinzugeben und ggf. ganz neue Freizeitaktivitäten, etc. kennenzulernen, die man dann nach seinem eigenen Geschmack abwandeln kann, ohne den Partner in seiner Freiheit zu beschneiden.

Wichtig ist auch, nicht das Diskutieren in einer Partnerschaft zu verlernen. So nervig es bei kleinen Angelegenheiten sein kann, so fruchtbar kann es aber auch bei wichtigen Entscheidungen sein. Niemand ist unfehlbar und ein Gedankenaustausch ohne Aggressivität und Machtgehabe kann zu ganz neuen Einsichten führen. Nicht zuletzt deswegen führt man ja auch eine Partnerschaft: Man kann ein gutes Team bilden, welches gemeinsam Entscheidungen trifft und Lösungen findet.

Bei einer Diskussion sollte darauf geachtet werden, dass die Argumentationen sachlich bleiben und der eigene Wille nicht als maßgeblich rüberkommt. Ist man sich der Richtigkeit seiner Entschlüsse bewusst, sollte man versuchen, seinen Partner zu überzeugen und nicht schlichtweg zu überreden.

Vorwürfe haben nichts bei einer Problemlösung verloren. Sie tragen nur dazu bei, dass sich einer der Partner in die Ecke getrieben fühlt und das tut, was auch jede Katze tun würde: Die Krallen ausfahren. Auf diese Weise wird ein Vorwurf mit einem anderen erwidert und die Lösung des Problems tritt in weite Ferne. Besser ist es, ruhig zu erklären, worin das Problem besteht, wie man dieses selbst wahrnimmt und was man dabei fühlt. Gerade die Schilderung der eigenen Gefühlslage kann dazu beitragen, dass der Partner Verständnis zeigt und kooperativer an einer Lösung mitarbeitet.
Wer beherzigt, dass er in einer Beziehung nicht immer seinen eigenen Kopf durchsetzen kann und respektvoll mit seinem Partner umgeht, wird mit Harmonie und Glück in der Beziehung belohnt werden. Es lohnt also, sich Mühe zu geben!

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