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Nordic Walking

Viele Menschen sind in ihrem Beruf derart eingespannt, dass sie in ihrer Freizeit einen sportlichen Ausgleich zum beruflichen Alltag suchen. Zumeist werden dabei Sportarten bevorzugt, denen sowohl in der Gruppe als auch allein nachgegangen werden kann, da viele Berufstätige aufgrund besonderer Arbeitszeiten häufig nicht an den regulären Vereinssportarten teilnehmen können. Was wäre also die ideale Sportart für Sportwillige mit zu wenig und zu unregelmäßig vorhandener Zeit?

Joggen kennt heutzutage wohl jeder, auch Walken ist inzwischen zu einer beliebten Sportart bei uns geworden. Doch in den vergangenen Jahren begegnete man auf Spazier- und Wanderwegen immer häufiger Menschen, die beim Walken Stöcke benutzen, als würden sie eine langsame Variante des Skilanglaufs ausüben. Die Rede ist vom so genannten „Nordic Walking“, einer vergleichsweise recht neuen Ausdauersportart, die sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Was als Trainingsmethode für Wintersportler wie Skilangläufer oder Biathleten während der Sommermonate begann, ist inzwischen zu einem beliebten Sport für jung und alt geworden. Ob allein oder in Gruppen, ob aus Spaß an Fitness und Bewegung an der frischen Luft oder gezieltes Training für eine Steigerung der eigenen Ausdauer: Nordic Walking hält richtig ausgeführt nicht nur positive Aspekte für die eigene Gesundheit bereit, sondern bringt eine für viele Menschen interessante Kombination aus Spaß und Freude am Sport und Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit mit sich.

Nordic Walking

Nordic Walking @iStockphoto/Waltraud Ingerl

Was ist Nordic Walking?

Nordic Walking ist eine Sportart zur Steigerung der sportlichen Ausdauer eines Menschen und ist als solche eng mit der Sportart „Gehen“ und dem freizeitsportlichen „Walken“ verwandt. Das Gehen ist dabei als eine olympische Disziplin anerkannt, bei der stets einer der beiden Füße des Gehers mit dem Boden verbunden sein muss (anders als beim Laufen, bei dem während einer Flugphase beide Füße in der Luft sein dürfen). Die Sportart Walken hingegen ist eher freizeitsportlicher Natur und gilt sowohl in Trainingseinheiten als auch im Freizeitsport als eine Ausdauersportart. Beim Walken muss ebenfalls stets ein Fuß mit dem Boden verbunden sein.

In der Sportart Nordic Walking geht der Bewegungsablauf in Bezug auf die Bodenberührungen der Füße mit dem bei den Sportarten Walken und Gehen konform, nutzt dabei jedoch die so genannten Poles.

Diese werden ähnlich den Stöcken beim Skilanglauf oder dem Biathlon zur Unterstützung der Bewegung verwendet. Die Nutzung der Poles verbindet die Bewegung der Füße mit den Bewegungsabläufen der Arme und ermöglicht somit ein deutlich weiter reichendes Training als Gehen und Walken, das bei gleicher Trainingsintensität einen viel größeren Trainingserfolg herbeiführt.

Entstehungsgeschichte des Nordic Walking

Die ersten Hinweise auf die Entstehung des Nordic Walkings finden sich bereits in den 1950er Jahren. Zu dieser Zeit wurden für die sommerlichen Trainingseinheiten verschiedener Wintersportler neue Varianten gesucht, bei denen die Ausdauer ebenso trainiert wird wie die Muskulatur des gesamten Körpers. Die Rede war dabei vom so genannten „Ski-Gang“, der sozusagen „Trockenübungen“ für die Spitzensportler während der schneefreien Zeit darstellte.

In diesen Jahren fand diese Trainingsmethode vorrangig im Bereich der Spitzensportler einen entsprechenden Anklang. Im Bereich der privaten Sportler wurde die Sportart zwar durch die Fachwelt bereits bekannt, schaffte jedoch nicht den Schritt zur Etablierung im Freizeitsport. Die aus Aluminium stehenden Stöcke belasteten dabei durch die Weitergabe der Vibrationen, die durch den Aufprall des Stocks auf dem Boden entstehen, in einer vergleichsweise unangenehmen Art und Weise die Handgelenke des Sportlers.

Seit den Jahren 1992/93 folgte dann durch die Neuentwicklung von Poles aus gewickeltem Glasfaser-Carbonmaterial ein neues Interesse an der Sportart Nordic Walking außerhalb des Trainings von Spitzensportlern. 1997 folgte eine erneute Vorstellung des Nordic Walkings als Freizeitsport, diesmal mit dem gewünschten Erfolg. Nach dem sich schnell einstellenden Erfolg in den skandinavischen Ländern erreichte das Nordic Walking erst die USA, dann Japan und schließlich auch die mitteleuropäischen Länder einschließlich Deutschland.

Lauftechnik des Nordic Walkings

Beim Nordic Walking werden die gleichen Bewegungsabläufe für den Trainingserfolg genutzt, die auch im Training für Skilanglauf angestrebt werden. Die Kombination der Gehbewegung mit der Armbewegung wird durch den Einsatz der Stöcke (Poles) maßgeblich unterstützt.

Der Bewegungsablauf wird dabei wie folgt vollzogen: die Bewegungen des linken Arms und des rechten Fußes erfolgen wie auch die Bewegung des rechten Arms mit dem linken Fuß gleichzeitig. Diese physiologische Bewegungsführung wird auch beim Walken genutzt, kann aber durch den Einsatz der Poles beim Nordic Walking verstärkt werden. Die Geschwindigkeit des Gehens und der Schwung der Bewegungen von Armen und Beinen führt je nach Intensität zu einer intensiveren Trainingsweise.

Begonnen wird mit dem Nordic Walking bei Anfängern in der Regel auf einer ebenen Strecke. Für Fortgeschrittene eignen sich sowohl zu Beginn des Trainings als auch später leicht hügelige Wegstrecken, um eine Steigerung des Trainingserfolges herbeizuführen. Die Schultern sollten locker, der Oberkörper gerade, jedoch ohne zu große Anspannung gehalten werden. Die Poles werden ab dem ersten Schritt nah am Körper geführt, wobei die Hände beim Aufsetzen des Stocks nur leicht geöffnet sind, der Pole also nicht krampfhaft umschlossen wird. Die Arme bleiben dabei stets leicht angewinkelt.

Mit dem Auftreten auf dem Boden durch die erste, beispielsweise die linke, Ferse wird auch der gegenläufige, also in diesem Fall rechte, Stock auf dem Boden aufgesetzt und während dem leicht schwingenden Schritt am Körper vorbei geführt. Aufgesetzt wird der Pole dabei parallel zum Körperschwerpunkt, wodurch eine größtmögliche Entlastung erreicht werden soll. Während die Bewegung nun mit der anderen Ferse und dem anderen Stock vollzogen wird, wird der erste Pole ebenfalls nah am Körper wieder nach vorne geführt.

Dabei wird die Hand vor dem Zurückführen des Stocks möglichst weit geöffnet (der Pole wird dabei durch eine Befestigung um das handgelenk gehalten), um diese bei dem erneuten Aufsetzen des Stocks wieder fast um den Griff herum schließen zu können. Durch die abwechselnden Bewegungen der Hand (Öffnen und Schließen) wird auch im Bereich der Hand- und Armmuskulatur aktiv trainiert und der Kreislauf beziehungsweise die Armdurchblutung durch die Pumpwirkung angekurbelt.

Die richtige Trainingsgeschwindigkeit zu finden dürfte gerade für Anfänger einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Richtig ist die Geschwindigkeit der einzelnen Schritte dann, wenn der Nordic Walker gleichmäßig und ruhig ohne Anstrengungen atmen kann und kein „Schnaufen“ erforderlich ist, um den Sauerstoffbedarf des Körpers zu decken. Bei diesem während des Trainings angestrebten Zustand spricht man auch von einem „aeroben“ Training oder Trainingsbereich („aerob“ = Überschuss an Sauerstoff während der sportlichen Betätigung).

Durch die Erhöhung der Geschwindigkeit gepaart mit der richtigen Nutzung der Poles wird neben der Beinmuskulatur nicht nur die Armmuskulatur sondern auch die Oberkörpermuskulatur nachhaltig mit trainiert. Durch wechselnde Schrittbewegungen in gleich bleibenden Rhythmen (beispielsweise alle 200 m oder alle 5 Minuten) wird eine abwechslungsreiche Trainingsvariante durch das Nordic Walking erzielt. So kann beispielsweise einer normalen Gehvariante des Nordic Walkings eine Etappe mit Tippelschritten folgen oder eine Etappe mit großen Ausfallschritten. Auch über die Geh-Geschwindigkeit selbst können unterschiedliche Varianten des Nordic Walking ausprobiert werden.

Nordic Walking und Gesundheit

Dass gut und individuell zusammengestellte Trainingsprogramme die Gesundheit nachhaltig positiv beeinflussen können, ist aufgrund der aufklärenden Berichte in zahlreichen Magazinen und Zeitschriften hinreichend bekannt. Durch die variablen Ausgestaltungsmöglichkeiten des Nordic Walkings und die damit verbundenen individuell zuschneidbaren Trainingsvarianten handelt es sich dabei um eine Sportart, die für fast jede Personengruppe geeignet ist.

Damit Nordic Walking jedoch für die eigene Gesundheit große Vorteile bringen kann und die positiven Einflüsse auf die Gesundheit richtig zu Geltung kommen können, gilt für diese Sportart ebenso wie für alle anderen, dass nur ein regelmäßiges Training den gewünschten Erfolg bringt, die richtige Ausrüstung zu dem Erfolg maßgeblich beiträgt und eine gesunde Ernährung die Trainingseffekte sinnvoll unterstützen sollte.

Wie bei jeder anderen Sportart sollte vor dem Training selbst nicht vergessen werden, sich entsprechend einige Minuten aufzuwärmen, um mögliche Verletzungen durch eine zu schnelle Beanspruchung von Muskeln, Sehnen und Bändern zu vermeiden.

Generelle Einflüsse auf die Gesundheit

Zu den positiven Einflüssen auf die Gesundheit gehört bei einem regelmäßigen Training mit Nordic Walking an erster Stelle das gezielte Trainieren des gesamten Bewegungsapparates. Dies äußert sich vornehmlich durch eine deutliche Stärkung der Muskulatur, der Sehnen und der Bänder im Bereich der Bein-, Arm- und Oberkörpermuskulatur. Insbesondere die Rücken- und Nackenmuskulatur ist in der heutigen Berufswelt besonderen Belastungen ausgesetzt und wird durch die Betätigung im Nordic Walking gelockert, gestärkt und aufgebaut.

Durch die leicht erlernbare Technik sind Nebenwirkungen oder Schäden durch eine falsche Trainingsbewegung im Vergleich zu anderen Sportarten deutlich reduziert. Gleichzeitig kann Verspannungen, welche durch falsche Bewegung und Körperhaltungen (beispielsweise durch langes Sitzen in einem Bürojob) hervorgerufen wurden, vorgebeugt werden. Vor allem Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur werden so deutlich verringert – wenn nicht sogar durch ein regelmäßiges Training vollständig gelöst.

Gerade für Menschen mit Problemen im Bereich der Knie, der Wirbelsäule und Gelenke sind die meisten Laufsportarten wie Joggen und Walken durch die daraus resultierende Belastung eher ungeeignet. Die Zuhilfenahme der Poles beim Nordic Walking hingegen entlastet den Bewegungsapparat um bis zu 30 %, was das Nordic Walking nicht nur bis zu einem gewissen Grad für solche Menschen geeignet macht, die sonst keiner Laufsportart nachgehen können (hier sollte man dennoch in jedem Fall einen Trainingsbeginn mit dem Arzt absprechen). Tatsächlich ermöglicht es gleichzeitig den Einsatz dieser Sportart in Zeiten der Rehabilitation wie zum Beispiel nach einem Unfall, um den Bewegungsapparat vorsichtig wieder an seine frühere Belastungskapazität heran zu führen.

Weitere positive Einflüsse auf die Gesundheit birgt das regelmäßige Nordic Walking Training durch die verstärkte Leistung des Herz-Kreislauf-Systems. Damit verbunden wird auch der Stoffwechsel angekurbelt, was sich nicht zuletzt auf eine bessere Fettverbrennung auswirkt. Tatsächlich erzielt man bei der Gewichtsreduzierung deutlich bessere Effekte durch das Nordic Walking als durch herkömmlichen Laufsportarten. So werden bei einer Trainingseinheit im Walken 280 Kilokalorien verbrannt, während die gleiche Trainingseinheit im Nordic Walking rund 400 Kilokalorien verbrennt.

Wenn man den Stoffwechsel und Kreislauf regelmäßig durch eine effektive Sportart wie Nordic Walking angekurbelt, profitiert auch der Hormonhaushalt von diesem Effekt durch die Ausschüttung entsprechender Hormone, die sich positiv auf die Stimmung und den gesamten Organismus auswirken. Die Lunge hingegen profitiert von den tiefen und gleichmäßigen Atemzügen während des Trainings, wird also entsprechend ebenfalls „trainiert“.

Trainingseffekt

Wer regelmäßig Sport treibt, kennt das sich ausbreitende Gefühl von Zufriedenheit nach dem Training. Dieses so genannte „Runners High“ entsteht durch die erhöhte Ausschüttung von Serotonin und Endorphin, welche auch als „Glückshormone“ bekannt sind. Entsprechend wird der Hormonhaushalt von Stresshormonen befreit und entlastet. Diese Hormone wirken sich somit positiv auf die psychische Verfassung des Trainierenden aus, sorgen für gute Stimmung und erhöhen somit gleichzeitig die Abwehrkräfte des Organismus, da die Hormone als solche über den Hormonhaushalt die einzelnen Funktionen des Körpers anregen.

Darüber hinaus wird durch die regelmäßigen Trainingseinheiten die Ausdauer deutlich verbessert, das gleichmäßige, tiefe und vergleichsweise ruhige Atmen an der frischen Luft im richtigen Trainingstempo sorgt für eine gute Sauerstoffversorgung, welche durch ein sich steigerndes Lungenvolumen noch erhöht wird.

Die gleichmäßige Beanspruchung von rund 90 % der Muskelpartien des Körpers (Arme, Beine, Rücken, Nacken- und Schulterpartie) steigert neben der Ausdauer nicht nur die Kraft sondern auch die allgemeine Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Körpers. Durch die vergleichsweise hohe Verbrennung von Kalorien ist eine Gewichtsreduzierung bei Übergewicht ebenfalls bei einem regelmäßigen Training zu erwarten wie bei gesunden, schlanken Menschen eine Gewichtserhöhung vermieden wird.

Den größten Trainingseffekt erzielt der Nordic Walker sowohl aus gesundheitlicher, trainingsbedingter und auch sozial-psychologischer Sicht, wenn er mit Spaß dem Nordic Walking regelmäßig in einer Geschwindigkeit nachgeht, in der er sich (wenn er das wünscht) während dem Training noch gut mit seinen Mit-Walkern unterhalten kann.

Die richtige Ausrüstung

Bevor man mit dem Nordic Walking beginnt, sollte man sich genau über die richtige Ausrüstung informieren. Während dabei einige Dinge wie beispielsweise die richtige Trainingskleidung, das richtige Schuhwerk oder auch qualitativ hochwertige Poles maßgeblich zum Trainingserfolg beitragen können, sind andere Ausrüstungsgegenstände zwar nützlich, aber nicht notwendig, wieder andere hingegen können als unsinnig oder als Spielerei angesehen werden. Das trifft auf die sportliche Ausrüstung für das Training im Nordic Walking wohl ebenso zu wie auf viele andere Sportarten.

Nachfolgend sollen alle wichtigen Aspekte der richtigen Trainingsausrüstung durchleuchtet werden, damit eine falsche oder unnötige Ausrüstung dem angestrebten Trainingserfolg nicht entgegensteht.

Die richtige Trainingskleidung

Da Nordic Walking ein Outdoor-Sport ist, also ein Sport der bevorzugt an der frischen Luft ausgeübt wird, sollte die richtige Trainingskleidung eine der ersten Ausrüstungsgegenstände und entsprechend sorgfältig geplant sein.

Wetterfeste Sportkleidung findet man heute in jedem Fachgeschäft sowie in gut sortierten Sportabteilungen des Handels. Das Material sollte wasserdicht und atmungsaktiv sein. Das bedeutet, die Kleidung sollte den Körper des Sportlers warm halten, dabei jedoch keine Wärme- und Feuchtigkeitsstaus verursachen. Stattdessen sollte sie Wärme bzw. Feuchtigkeit in Maßen nach außen abführen, ohne sie übermäßig zu speichern. Baumwollgewebe nehmen beispielsweise den Schweiß von der Haut auf, leiten diesen aber nicht nach außen weiter, weshalb der feuchte Stoff auf der Haut mehr Kühlung verursacht, als durch die reine Schweißproduktion verursacht werden sollte. Der Körper und die Muskeln kühlen aus, der Sportler beginnt zu frieren und die Verletzungsgefahr erhöht sich.

Besser als Sport- und Trainingskleidung geeignet sind die inzwischen verbreitet im Handel erhältliche Trainingskleidung aus Kunstfasern. Zu ihren besonderen Eigenschaften zählt es beispielsweise, die Wärme zu halten, Feuchtigkeit nach außen zu leiten und gleichzeitig von außen weder Feuchtigkeit noch Wind durchzulassen.

Auch die Wichtigkeit des Tragekomforts sollte dabei nicht vernachlässigt werden, da der Tragekomfort das Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst, was sich wiederum positiv auf den Trainingserfolg auswirkt.

Das richtige Schuhwerk

Damit das Nordic Walking Training wirklich effektiv ist, stellt das richtige Schuhwerk einen wichtigen Aspekt dar. Am besten eignet sich dabei ein herkömmlicher Walking-, Jogging- oder ein leichter Trekkingschuh. Manche Fachgeschäfte bieten inzwischen auch spezielle Schuhe für das Nordic Walking an.

Optimalerweise sollte der Schuh atmungsaktiv, wasserdicht und passgenau sein, den Fuß dabei aber gleichzeitig stabilisieren. Mit solchen speziellen Trainingsschuhen wird das richtige Abrollen des Fußes während des Walkens unterstützt und eine saubere Fußführung gewährleistet. Unterstützend kann auch eine individuell angepasste Einlegesohle für den Schuh sinnvoll sein.

Um eine gute Passgenauigkeit des Trainingsschuhs zu gewährleisten, sollten die Schuhe am späten Nachmittag oder Abend anprobiert und gekauft werden, da sich die Füße eines Menschen durch die tägliche Belastung verändern und der Fuß am Abend leicht größer ist als am Morgen. Auf diesem Weg vermeidet man, dass die neuen Trainingsschuhe beim Training am Abend unangenehm drücken.

Die Stöcke / Poles

Die Stöcke oder auch Poles machen den maßgeblichen Unterschied zwischen dem Nordic Walking und anderen Laufsportarten aus. Entsprechend wichtig ist es auch in diesem Bereich der Ausrüstung, nicht nur auf gutes Aussehen und Materialqualität zu achten, sondern auch zu wissen, welche Anforderungen die Stöcke darüber hinaus erfüllen müssen.

Im Handel gibt es unterschiedlichste Angebote von Poles aus Aluminium, aus Carbon-Glasfaser-Gemisch oder reinem Carbon. Von reinen Poles aus Aluminium wird dabei häufig abgeraten, da diese die Erschütterung des Poles beim Auftreffen auf den Boden an die Hände abgeben und somit eine höhere Belastung für die Gelenke auftritt – was durch Poles aus oder mit Carbon vermieden werden kann.

Die Länge der Stöcke sollte an die Körpergröße des Nutzers angepasst sein. In der Regel wird dabei eine Länge von ungefähr 68 bis 70 % der Körpergröße als Richtlinie für die richtige Stocklänge veranschlagt. Im Fachhandel findet man entsprechende Stöcke in verschiedenen Größen, die jeweils fünf Zentimeter Längenunterschied aufweisen. Daher sollte man vor dem Kauf beide Längen über und unter der ausgerechneten Längenzahl ausprobieren und im Zweifelsfall die kürzere Variante für das Training vorziehen.

Die Poles sind in der Regel am Griffende mit einer Schlaufe für die Handgelenke verbunden. Je nach Hersteller können sie auch mittels Klettverschlüssen direkt an der Hand befestigt werden, um einen bequemen Halt während längerer Trainingsphasen gewährleisten und dabei eine Ermüdung der Hände durch das Festhalten verhindern zu können. Dadurch wird der lockere Handgriff um die Stöcke ohne Verkrampfungen erleichtert.

Die untere Spitze der Poles ist in der Regel aus Metall. Sie sollte sich gut auf unebenen und lockeren Böden anpassen können. Speziell für feste Untergründe wie Asphalt oder Steinböden gibt es passende Pads im Handel (so genannte Asphaltpads), welche unkompliziert auf die Spitzen aufgebracht werden können.

Bisweilen findet man im Handel auch auf den ersten Blick praktische Teleskopstöcke zur Verwendung als Poles. Wenngleich solche Stöcke bei einem Spaziergang vereinzelt nützlich sein können, sind sie für das gezielte Nordic Walking Training nicht wirklich effektiv. Bei einem intensiveren Training könnte sich beispielsweise die Länge der Stöcke verändern, was nicht zum Training beiträgt. Ein Problem solcher Poles ist auch die fehlende Festigkeit: aufgrund ihres hohlen Inneren sind sie meist nicht stabil genug, um den Körper beim Nordic Walking zu entlasten. Zudem bestehen die meisten Teleskopstöcke aus Aluminium, das die Vibrationen des Aufpralls eines Stockes auf den Boden an das Handgelenk abgeben und somit eine unerwünschte zusätzliche Belastung für den Körper beziehungsweise das Gelenk hervorrufen kann.

Weiteres sinnvolles Equipment

Neben den wichtigsten Aspekten der richtigen Ausrüstung wie Trainingskleidung, gutes Schuhwerk und den richtigen Poles bietet der Handel weiteres interessantes Equipment an, welches mehr oder wenig sinnvoll und nützlich für das Training sein kann.

Der Herzfrequenzmesser ermöglicht die regelmäßige Kontrolle des Kreislaufs, insbesondere der Herztätigkeit während des Trainings. Dadurch wird leichter erkennbar, ob die gewählte Trainingsintensität für den Nordic Walker persönlich geeignet ist, also ob er besser noch eine Weile langsamer trainieren sollte um seine Ausdauer zu erhöhen, oder ob er bereits bereit ist, seine bisherige Trainingsgeschwindigkeit aufgrund der bereits erzielten Ausdauer zu erhöhen.
Solche Geräte sind sowohl in einfachen Varianten als auch in Kombination mit so genannten „Kalorienzählern“, welche zusätzlich zur Pulsgeschwindigkeit auch die verbrannten Kalorien während des Trainings anzeigen, im Handel erhältlich.

Wer viel trainiert kann je nach Beschaffenheit des Pole-Griffes mit der Zeit schwitzige Hände oder Druckstellen an den Händen bekommen. Für einen besseren Sitz des Griffs und mehr Komfort im Handling der Poles können Handschuhe eine sinnvolle Ergänzung der Trainingsausrüstung darstellen. Gleichzeitig bieten Handschuhe bei kühlerer oder feuchter Witterung einen wärmenden Schutz für die Hände.

Wenn die gewählte Trainingsstrecke in der prallen Sonne liegt und die Witterung kühler ist oder feucht zu werden scheint, kann auch eine richtig gewählte Kopfbedeckung gute Dienste leisten. Generell sollten sportliche Aktivitäten nicht in der prallen Sonne durchgeführt und gleichzeitig der Kopf stets vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Geeignet sind im Sommer entsprechende Mützen und Kappen mit einem Blendschutz. In Herbst, Winter und Frühling können jedoch auch wärmende Mützen geeignet sein, um den beim Training schwitzenden Sportler vor einer Erkältung zu schützen.

Ebenso wie Mützen im Sommer vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen sollen, können auch Sonnenbrillen nützlich sein, um Blendungen, beispielsweise durch Gewässer oder schräg einfallendes Sonnenlichts zu vermeiden. Dadurch wird gewährleistet, dass der Nordic Walker nicht über ein übersehenes Hindernis oder eine Unebenheit im Gelände stolpert.
Wer kleinere Gegenstände wie Schlüssel, Papiere und vergleichbares auch während des Trainings bei sich tragen oder eine längere Nordic Walking Strecke bewältigen möchte, sollte sich auf eine möglichst kleine, leichte und an die Witterung angepasste Tasche beschränken. Diese sollte bevorzugt auf dem Rücken zu tragen sein, damit sie den Bewegungsablauf während des Trainings nicht stört, gleichzeitig aber keine fehlerhafte Haltung verursacht, wie dies häufig bei seitlich getragenen Taschen der Fall ist.

Gerade im Sport ist es stets wichtig, die verlorenen Flüssigkeitsmengen zügig wieder aufzufüllen. Spezielle Trinkflaschen aus leichten Materialien sollten bevorzugt eingesetzt werden, um das mitzuführende Gewicht möglichst gering zu halten. Sie sollten mit Mineralwasser (möglichst ohne Kohlensäure), Fruchtsaftschorlen (zum Beispiel Apfelschorle) oder ungesüßten Früchtetees gefüllt sein und nicht zu kalt genossen werden. Diese Getränke eignen sich besonders gut, um dem Körper die verlorenen Flüssigkeitsmengen zuzuführen und den Flüssigkeitshaushalt somit wieder auszugleichen.

Nordic Walking als gesunder Sportspaß

Nordic Walking gehört heute nicht nur in unseren Breiten zu einer der beliebtesten Sportarten, wenn es um einen Fitnessausgleich zum Beruf und um sportliche Betätigung zur Unterstützung einer gesunden Lebensweise geht. Wenngleich der Durchbruch von Nordic Walking ein wenig auf sich warten ließ, ist die Beliebtheit heute aus vielfältigen Gründen nicht mehr zu bremsen: Bei kaum einer anderen Lauf-Sportart lassen sich Fitness, Gesundheitsförderung, deutliche Trainingserfolge und soziale Aspekte mit so viel Spaß umsetzen wie beim Nordic Walking.

Dabei ist es völlig dem Einzelnen überlassen, ob er nach einer entsprechenden Einübungsphase mit einem geschulten Trainer alleine, zu zweit oder in einer großen Gruppe trainiert. In fast allen größeren und kleineren Städten gibt es inzwischen wahlweise Vereine, die ein entsprechendes Angebot für interessierte Nordic Walker anbieten oder zumindest Kurse, in denen eine ausführliche Anleitung für Neulinge in diesem Ausdauersport geboten wird.

Nordic Walking ist sogar für Menschen geeignet, die bisher aufgrund von Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen nicht in der Lage waren, eine andere Laufsportart auszuüben. Entsprechend erfreut sich Nordic Walking einer großen Beliebtheit bei jung und alt – einer Beliebtheit, welche sich wohl in den kommenden Jahren noch mehr steigern dürfte.

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