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Wie entfernt man Blutflecken?

Ein Blutfleck ist ein sehr lästiges Unterfangen – ist er einmal in einem Textil drin, so ist es für gewöhnlich sehr schwer, ihn wieder zu entfernen. Blutflecken passieren unerwartet und schnell: man schneidet sich an etwas, unbemerkt tropfen ein paar Milliliter Blut auf den Bode oder auf die Kleidung und der Fleck sitzt fest. Auch ein aufgekratzter Mückenstich oder einfaches Nasenbluten können unbemerkt zu einem roten Fleck auf dem Lieblingsshirt führen.

Kaltes Wasser statt warmen Wasser

Ein Blutfleck darf niemals mit warmen und heißem Wasser bearbeitet werden. Im Blut ist neben dem Eiweiß, welches das Blut so dickflüssig macht auch der Stoff Hämoglobin enthalten. Dieser Stoff beinhaltet die roten und weißen Blutkörperchen und ist auch für die rote Farbe zuständig. Sowohl das Eiweiß als auch das Hämoglobin erschweren beide die Behandlung von Blutflecken. Würde man den Fleck mit warmen und heißem Wasser behandeln, so würde das Eiweiß anfangen zu gerinnen und das Hämoglobin an das Material binden. Ist das einmal passiert, so wird der Fleck vermutlich für immer in der Kleidung festsitzen. Daher darf ein Blutfleck nur mit kaltem Wasser behandelt werden. Falls möglich, sollten Sie mit ein wenig kaltem Wasser so schnell wie möglich den Fleck ausreiben. Dadurch werden hässliche rote Umrisse des Flecks vermieden, die bei später Behandlung oft übrig bleiben. Sie können das Kleidungsstück auch direkt unter fließendes kaltes Wasser halten. Ist der Fleck ganz frisch, so lässt er sich damit sehr gut entfernen, sodass nur noch ein hell-weißer Fleck oder Punkt danach zu sehen ist. Dieser kann dann bei der normalen Wäsche in der Waschmaschine entfernt werden. Auf keinen Fall sollten Blutflecken mit der eigenen Spucke entfernt werden. Diese ist ebenfalls warm und würde das Eiweiß auch zum Gerinnen bringen.

Aspirin und Salz wirken wahre Wunder

Etwas unkonventionell aber sehr effizient ist die Benutzung von Aspirin und Kochsalz. Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure – diese Säure ist blutverdünnend. Sollte der Fleck also mit normalem kalten Wasser nicht sofort verschwinden, so können Sie vor der Wäsche in der Waschmaschine das Kleidungsstück in kaltem Wasser mit etwas Kochsalz einlegen. Es ist nicht notwendig, zu Chemikalien zu greifen. Diese bewirken oft den gegenteiligen Effekt und greifen die Farben der Textilien an. Sollte der Fleck auch mit Kochsalz nicht verschwinden, so können Sie eine oder zwei Kopfschmerztabletten (Aspirin, kein Ibuprofen) hinzufügen. Die Acetylsalicylsäure wirkt als Blutverdünner und lässt das Blut aus dem Kleidungsstück langsam entweichen. So können Sie die Kleidung für etwa eine Stunde im Wasser einweichen lassen, bevor Sie es in die Waschmaschine geben oder nochmals mit kaltem Wasser ausspülen.

Blutfleck

Blutfleck ©iStockphoto/irontrybex

Eingetrocknete Blutflecken

Ein schon getrockneter Blutfleck ist meist schwieriger zu entfernen, als ein feuchter. Sollte ein Blutfleck schon trocken sein, so weichen Sie diesen wie oben beschrieben in Salzwasser und mit Aspirin für einige Stunden ein. Das Blut wird weich und sammelt sich dann über dem Fleck. Nach dem Einweichen können Sie den Fleck mit etwas Backpulver bedecken und wieder für einige Stunden ruhen lassen. Das Backpulver saugt das Blut auf. Nach der Anwendung des Backpulvers können Sie das Kleidungsstück wieder mit kaltem Wasser ausspülen und in die normale Wäsche geben. Beachten Sie, dass Backpulver einen bleichenden Effekt hat. Geben Sie daher nicht zu viel Backpulver auf den Fleck und verteilen Sie es nicht auf das restliche Kleidungsstück, es sei denn, es ist schon weiß.

Blutflecken aus Polstern und Matratzen entfernen

Oft kommt es vor, dass ein Blutfleck an eine Stelle kommt, die nicht einfach ausgewechselt werden kann, wie z.B. eine Matratze oder das Sofa im Wohnzimmer. Nicht selten sind es die Kinder, die diese Blutflecken hinterlassen, allerdings kann ein Blutfleck in einer Matratze auch bei der Periode der Frau schnell bei einem Ungeschickt passieren. Normalerweise lassen sich Matratzen oder Polster nicht einfach einweichen oder in der Waschmaschine waschen, doch es gibt andere Tipps, wie man Blutflecken in diesen wieder los wird.

Bei einem feuchten Blutfleck können Sie einen nassen, kalten Schwamm verwenden. Tupfen Sie das Blut langsam mit dem Schwamm, Sie sollten aber auf keinen Fall mit viel Kraft dran reiben. Durch das Reiben wird der Fleck nur in den Stoff eingearbeitet. Sollte der Fleck mit kaltem Wasser nicht zu besiegen sein, so können Sie Wasser mit Stärke oder Backpulver mischen und den Fleck damit bestreichen. Diese Paste muss einige Stunden einwirken, bevor sie wieder vorsichtig mit einem kalten Schwamm entfernt werden kann. Hier gilt wieder: tupfen statt reiben. Nicht selten muss dieser Vorgang mehrere Male wiederholt werden, bis der Fleck vollständig verschwunden ist. Beachten Sie, dass auch hier Backpulver und Stärke eine bleichende Wirkung hat. Wenden Sie die Mischung daher nur auf dem Fleck und nicht auf dem ganzen Textil an. Sollte der Fleck auch nach mehreren Malen Auftragen noch zu sehen sein, können Sie zu einem chemischen Mittel greifen. Dabei eignet sich das Teppichshampoo zur Entfernung von Blutflecken. Dieses Shampoo ist nicht nur für Teppiche, sondern auch für Textilien geeignet.

Die chemische Reduktion

Mit ein wenig Basiswissen an Chemie können Blutflecken sehr einfach ohne Chemikalien und viel Aufwand entfernt werden. Da Blutflecken aus Proteinen bestehen, empfiehlt sich in erster Linie die Wäsche mit einem enzymhaltigen Waschmittel. Diese gibt es in jeder Drogerie zu kaufen. Sollte der Fleck nach der Wäsche immer noch vorhanden sein, so kann eine einfache chemische Reaktion genutzt werden. Dafür benötigen Sie nur Vitamin C. Dieses können Sie entweder in Pulverform erwerben, Sie können aber auch die Vitamin-C Brausetabletten benutzen, die es in jeder Drogerie und in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Das Vitamin C wird auf den Fleck gestreut und angefeuchtet. Nach dem Anfeuchten dauert diese Reaktion einige Stunden – das Vitamin C verbindet sich mit dem Blut löslichen Eisen(II)-Ionen. Diese können dann einfach aus der Kleidung abgewaschen werden. Dieser Vorgang kann auch mit Zitronensäure oder Rostumwandler durchgeführt werden, allerdings bildet sich bei diesem Vorgang als Endprodukt die Phosphorsäure. In den geringen Mengen stellt dieser aber keine gesundheitliche Gefahr dar.

Entfernung von Blutflecken an nicht-waschbaren Textilien

Leider kommen Blutflecken auch oft an die Textilien, die nicht einfach gewaschen werden können, wie z.B. Krawatten oder Kleidung aus Seide bzw. Wolle. Sollte der Blutfleck sich auf solch einem Material befinden, so kann zur Entfernung hochprozentiger Alkohol verwendet werden. Wodka eignet sich dazu nicht, da es nur ungefähr 40 % Alkohol besitzt. In der Regel können Sie 90 %-tigen Alkohol in der Apotheke erwerben. Um den Fleck zu entfernen, feuchten Sie ein Tuch mit Alkohol ein und tupfen Sie damit vorsichtig auf den Fleck. Auch hier gilt wieder: weniger ist mehr. Es ist besser, den Vorgang einige Male zu wiederholen, als mit Kraft und durch Reiben dem Fleck entgegenzuwirken. Ein Einreiben führt oft zu einem noch schlechteren Zustand.

Obwohl Blutflecken im ersten Augenblick die Kleidung unbrauchbar machen, gibt es sehr viele Wege, diese zu entfernen. Benutzen Sie zuerst immer kaltes Wasser, denn das ist die natürlichste und einfachste Art zur Fleckenentfernung. Bei hartnäckigen Flecken kann auf Hausmittel wie Aspirin, Kochsalz oder Backpulver zurückgegriffen werden. Greifen Sie nur zur Not zu Chemikalien, da diese die Farben beschädigen könnten.