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WPC – Wood Plastic Composites

Die Terrasse ist während der meisten Zeit des Jahres das Wohnzimmer im Grünen. Dabei ist es unerheblich, ob sie am Wohnzimmer im eigenen Haus oder an die Gartenlaube im Kleingarten angrenzt. In jedem Fall ist sie ein Ort, an dem sich die Familie trifft oder wohin Freunde eingeladen werden. Hier ist das Sonnenbad genauso zu Hause wie das Lesen eines guten Buches auf der attraktiv möblierten Terrasse.

Terrassenböden sind jedoch ganzjährig jeder Witterung ausgesetzt. Sie werden von der Sommerhitze und der UV-Strahlung beeinträchtigt und im Winter können eingesickertes Wasser und Eis den Terrassenboden in Mitleidenschaft ziehen. Viele Terrassenbesitzer wirken diesen Einflüssen entgegen, indem sie deren Boden mit einem Steinbelag ausstatten. Der ist jedoch hart und gelenkunfreundlich zu den Füßen. Andere greifen zu Gartenholz und setzen sich damit einem erhöhten Pflegeaufwand aus, denn fast alle Gartenhölzer benötigen eine ständige Pflege. Sie sind aber auch nicht frei von Splitterungen und Verwindungen infolge der Ausdehnungsveränderung bei Temperaturschwankungen.

Viel mehr als nur eine Alternative ist WPC. Es ersetzt mit seiner Optik annähernd vollwertig jedes Gartenholz, aber es zeichnet sich durch viele bessere Eigenschaften aus.

Mehr als nur ein Kunststoff

Die Bezeichnung WPC steht für einen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet Wood Plastic Composites.
Die Grundlage zu diesem Werkstoff bilden Holzmehl, sonstige feine Holzspäne, Kunststoffe und Additive. Sie werden in unterschiedlichen Verfahren der Kunststofftechnik miteinander vermischt und zu Platten oder anderen Formen gepresst. Am häufigsten kommt in Deutschland dabei das Extrusionsverfahren zur Anwendung. Der Holzanteil ist global unterschiedlich. In den USA beispielsweise liegt er bei 50 Prozent Holzmehl, die mit 50 Prozent Additiven und Kunststoffen vermischt werden. Deutsche Hersteller haben sich für einen Holzanteil von 60 bis 90 Prozent entschieden, womit WPC als vollwertiger Biowerkstoff und hierbei als Biokomposite angesehen werden kann. Der Kunststoffanteil besteht vorwiegend aus Polypropylen PP, seltener aus Polyethylen PE. Die Zugabe von Additiven erfolgt zur Verbesserung der Eigenschaften von Wood Plastic Composites. Zu diesen Eigenschaften gehören Farbgestaltung, Brandschutz und die Berücksichtigung der Anwendung im Außenbereich. Der Biowerkstoff erhält dabei eine noch weiter verbesserte UV- und Schädlingsbeständigkeit.

WPC Brett

WPC Brett ©iStockphoto/KayTaenzer

Der hohe Verwendungsgrad von Holzbestandteilen hat eine große Bedeutung bezüglich der nachhaltigen Herstellung, denn der Biowerkstoff besteht aus nachwachsenden, einheimischen Rohstoffen. Damit trägt er einschließlich überschaubarer Transportwege und umweltverträglicher Verarbeitung zur Verbesserung der Ökobilanz bei.

Alle Werkstoffe im Außenbereich sind in irgendeiner Form angreifbar. Wood Plastic Composites sind eingeschränkt anfällig gegen UV-Bestrahlung durch das Sonnenlicht, reagieren auf Feuchtigkeits- und Temperatureinwirkungen und sind in Ausnahmesituationen anfällig gegen Pilzbefall. Dennoch sind sie wesentlich feuchteresistenter als alle Gartenhölzer und freier von Temperaturbeeinträchtigungen. Im Unterschied zu Vollplastwerkstoffen sind sie mechanisch viel ausgeprägter belastbar und können nicht splittern. Die hohe mechanische Festigkeit erlaubt es, dass WPC-Baustoffe mit Hohlkammern zur Materialeinsparung und Gewichtsreduzierung hergestellt werden.

Eine wesentliche Rolle spielt außerdem die Optik der WPC-Werkstoffe. Sie werden in verschiedenen Farbtönen hergestellt, die entweder der Holzoptik nachempfunden sind oder sich völlig unterscheiden.

In welcher Form werden WPC-Bauteile angeboten?

WPC-Werkstoffe werden zwar auch in der Automobilindustrie und in der Elektrotechnik verwendet. Hier werden aus dem Material beispielsweise Innenverkleidungen und Hutablagen oder Isolierplatten gefertigt. Weitaus überwiegend werden sie jedoch im Außenbereich und hier in Form von Terrassendielen verwendet. In Deutschland werden derzeit jährlich mehr als drei Millionen Tonnen WPC-Verbundwerkstoffe gefertigt. Bereits diese Zahl sagt aus, in welchem großen Umfang sich der Biowerkstoff mittlerweile etabliert hat.

Neben Terrassendielen als Meterware werden WPC-Werkstoffe auch in Form von Terrassenfliesen hergestellt. Besonders komfortabel sind solche Fliesen in Klicktechnologie. Beim Bau einer Terrasse spielt die Verwendung von baugleichen Werkstoffen eine große Rolle. Damit werden unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten vermieden. Um bei Terrassendielen und -fliesen diese Bauweise umsetzen zu können, werden WPC-Profile auch für die Unterkonstruktionen angeboten.

Sichtschutzzäunen, Palisaden und kompletten Zaunsystemen sind weitere Produkte des innovativen Biowerkstoffs. Auch hier sorgen sie für einen wesentlich geringeren Pflegeaufwand und für viel längere Haltbarkeit als vergleichbare Holzbauteile. Sie sind darüber hinaus wesentlich schlagzäher und bieten damit einen besseren mechanischen Widerstand gegen Zerstörung.

Wie werden WPC-Terrassendielen eingebaut?

Im Unterbau bestehen keine wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu Terrassenhölzern. Er muss absolut eben und gut verdichtet sein. Für die Unterkonstruktion werden vorzugsweise die WPC-Profile verwendet, um die bereits beschriebene Materialgleichheit umzusetzen. Sie werden mit einem Gefälle von 1,5 bis 2 Prozent ausgerichtet. Ihr Anstand sollte nicht mehr als 40 bis 60 Zentimeter betragen. WPC-Terrassendielen sind zwar äußerst stabil. Dennoch können größere Abstände eine Durchbiegung verursachen.

Die WPC-Terrassendielen benötigen zur anschließenden Gebäudewand einen Abstand von 2 bis 3 Zentimetern. Damit ist die Hinterlüftung sichergestellt und die Flanken der Bauteile können nach jedem Feuchtigkeitseinfluss schneller abtrocknen. Die Hinterlüftung sorgt aber auch dafür, dass sich keine Pilze, Moos oder Ameisennester ansiedeln können.

WPC-Terrassendielen sind genauso wie Harthölzer leicht profiliert. Um die Terrasse größer wirken zu lassen, werden sie oftmals in Längsrichtung zum Gebäude verlegt. Bei dieser Verlegerichtung ist jedoch der Wasserabfluss aus den Rillen nicht immer sichergestellt. Außerdem sorgt stehende Feuchtigkeit schneller dafür, dass sich Verschmutzungen und Schädlinge in den Rillen festsetzen. Die Querverlegung zum Gebäude ist aus dieser Sicht die bessere Lösung. Sie wirkt andererseits jedoch architektonisch nicht immer sehr schön.

WPC-Terrassendielen werden auf Abstand mit Fugen zur Hinterlüftung verlegt, denn auch sie unterliegen Ausdehnungsprozessen. Eine komfortable Variante sind WPC-Terrassendielen der Serie „dichtes Deck“ mit Fugenprofilen zur Abdichtung. In dieser Form laufen Regen- und Schmelzwasser komplett von der Oberfläche ab.

WPC-Terrassendielen werden mit der elektrischen Kreissäge geschnitten. Ein fein- bis mittelzahniges Hartmetallsägeblatt erzielt den besten Schnitt. Die Verlegung erfolgt durch Verschrauben mit speziellen Edelstahlklammern auf den Profilen der Unterkonstruktion.

Wie werden WPC-Terrassendielen gepflegt?

Hartholzböden müssen mindestens einmal jährlich geölt werden. Der Pflegeaufwand ist hoch und die Anstrichstoffe sind in guter Qualität teuer. Dieser Aufwand ist bei WPC nicht erforderlich. Im Gegenteil – Versuche mit Hartholzöl, um beispielsweise den Farbton der Dielen geringfügig zu verändern, haben schon zur Beschädigung der Struktur der Wood Plastic Composites geführt.

Saisonal gesehen werden WPC-Terrassendielen im Frühjahr mit einer milden Seifenlauge und dem Schrubber gereinigt. Mehr Säuberungsaufwand außer bei zwischenzeitlichen Verschmutzungen ist nicht erforderlich und hartnäckige Flecke wie von heruntergefallenen Speisen werden mit Spüli entfernt.
Lohnenswert ist eine anfängliche Imprägnierung des WPC-Bodens. Sie wird ein- bis zweifach im Nass-in-Nass-Verfahren auf die Terrassendielen aufgetragen und gewährleistet einen Langzeitschutz.

WPC-Terrassendielen sind langlebig, nachhaltig erzeugt und architektonisch gesehen eine hervorragende Lösung.

Mehr Infos erhalten Sie auf: www.wpc-portal.de

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