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Hochzeitsbräuche

Heutzutage haben Ehen zwar oftmals nicht mehr ganz so viel Bestand, wie noch vor ein paar Jahrzehnten, dennoch sollte zumindest alles Menschenmögliche versucht werden, um den Brautleuten einen guten Start in das gemeinsame Leben zu schenken. Dazu gehören positive Bräuche, die dem Paar Glück, manchmal viele Kinder, vor allem aber den Schutz des Gemeinsamen bringen sollen. Ob das wirklich funktioniert, kann nur abgewartet werden. Spaß macht es aber auf jeden Fall, und das nicht nur den Brautleuten, sondern ebenso den Gästen.

Die üblichen Bräuche variieren von Region zu Region. Da während einer Hochzeitsfeierlichkeit meist Menschen aus unterschiedlichen Teilen des Landes zusammen kommen, bietet es sich an, die Gäste im Vorfeld abzutelefonieren und einfach mal zu fragen, welche Bräuche sie kennen oder besonders lustig finden. So kann auch dieses Thema ganz individuell gestaltet werden. Und die komplette Gästeliste zu bekommen, sollte beispielsweise für die Trauzeugen kein Problem sein. Die Brautleute müssen ja nicht alles schon vorher wissen. Ein paar Geheimnisse sollte es ruhig noch geben.

Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche @iStockphoto/Alex Potemkin

Einige Bräuche benötigen viel Vorbereitung. Dazu zählt beispielsweise eine Hochzeitszeitung. In dieser sollte der bisherige gemeinsame Weg des Brautpaares aufgezeigt werden. Gleichermaßen gilt es jedoch, beide für sich und ihre bisherigen Leben, bis zum Kennenlernen des zukünftigen Weggefährten, vorzustellen. Hierbei finden Informationen über Kindheit und Jugend, Berufe und Hobbys, sowie sonstige Vorlieben und Abneigungen, ebenso wie einige Anekdoten gebührenden Platz. Das Schöne an einer Hochzeitszeitung ist, dass die Brautleute eine bleibende Erinnerung haben, die Gäste jedoch gleichermaßen über den ihnen meist noch unbekannten Partner das eine oder andere Wissenswerte erfahren. Die Brautleute bekommen üblicherweise das Original, alle Gäste jeweils paarweise eine Kopie. Bei anderen Anlässen nennt man so etwas „Beweissicherung“; bei einer Hochzeit ist es einfach ein netter Brauch.

Mit deutlich weniger Aufwand ist das Reiswerfen verbunden: Sobald die frisch Vermählten aus dem Standesamt oder der Kirche treten, bilden die Gäste einen Kreis um das Paar und lassen es Reis „regnen“. Das soll die Fruchtbarkeit des Paares stärken und ihnen viele Kinder schenken. Statt Reis kann auch Konfetti, ausgestanzte Herzen und ähnliches verwendet werden. Oftmals findet sich im Leben der frisch gebackenen Eheleute eine besondere Idee für das Werfen. Wenn sich die beiden beispielsweise ein einem italienisches Restaurant kennen gelernt haben, dürfen es auch kleine Nudeln sein. Wenn sie sich jedoch auf einer Flusskreuzfahrt kennen gelernt haben, sollte man sie nicht unbedingt ins Wasser schmeißen. Ein weiterer Brauch ist das Blumenstreuen: Kinder gehen mit Körben, die mit Blüten gefüllt sind, vor dem Brautpaar her und verstreuen die Blüten, damit die Brautleute auf Blüten/Rosen gebettet, gemeinsam in ihr neues Leben gehen. Sowohl für das Reiswerfen als auch für das Blütenstreuen gilt, dass unbedingt vorher geklärt werden muss, ob es erlaubt ist und wer für die anschließende Reinigung aufkommt.

Ein weiterer Brauch ist das Ausschneiden eines Herzens oder das gemeinsame Durchsägen eines Baumstammes. Bei Ersterem bekommt jeder der Brautleute eine Schere. Das zuvor auf ein Bettlaken oder ein größeres Stück Stoff gemalte Herz wird dann gemeinsam ausgeschnitten. Beim Baumstammsägen sollte bedacht werden, dass niemandem damit gedient ist, wenn die Brautleute anschließend völlig durchgeschwitzt sind. Nette Gäste sägen also einen Baumstamm bereits vorher ganz still und heimlich ein gutes Stück an, damit die Brautleute nur noch den Rest zu erledigen brauchen. Herzschneiden und Baumstammsägen symbolisieren das gemeinsame Wirken in schwierigen Situationen.

Nicht vergessen werden sollte, dass die Braut am Tag der Hochzeit, etwas Altes, Neues, Geborgtes und Blaues bei sich trägt: Das Alte steht für ihre Junggesellinnenzeit, die sie mit Eingehen der Ehe beendet. Das Neue symbolisiert den Neuanfang mit dem Partner. Das Blaue steht für Treue in der Ehe und das Geborgte für Freundschaft. Ein blaues Strumpfband, das ehemalige Hochzeitstäschchen der Mutter, ein geliehenes Taschentuch vom Vater und das Hochzeitsgeschenk des Ehemannes, vorausgesetzt es ist klein und dezent wie beispielsweise Brillantohrringe, können hier gute Begleiter sein. Warum der Ehemann diesen Brauch üblicherweise nicht pflegt, ist unbekannt. Allerdings hindert ihn ja nichts daran, es der Braut gleich zu tun. Nur Strumpfband und Täschchen sollten gegen etwas anderes ausgetauscht werden.